© ÖVP/Screenshot Video

Politik Inland
08/25/2019

Hörbiger outet sich in Wut-Video als Kurz-Verehrerin

Die Schauspielerin schimpft auf Rendi-Wagner und wünscht sich Kurz als Kanzler zurück. Die SPÖ-Chefin will sie zu Gespräch einladen.

von Michael Bachner

Schauspielerin Christiane Hörbiger (80) hat eine Art Wut-Video gedreht. Darin outet sie sich als regelrechte Anbeterin von Sebastian Kurz und schimpft auf den Misstrauensantrag der SPÖ gegen den Ex-Kanzler und Türkis-Blau. SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner bekommt ihr Fett ab.

Der Text sei ihr nicht vorgegeben gewesen, das Video sei bei der Schauspielerin daheim aufgenommen worden, sagt die ÖVP. Hörbiger wollte etwas loswerden, rechtfertigt die Volkspartei die Veröffentlichung des propagandistisch anmutenden Videos.

Hörbiger selbst wollte sich auf KURIER-Anfrage am Sonntag nicht zu dem Video äußern. 

Ein eigenes Personenkomitee werde es in diesem Wahlkampf nicht geben. Ob weitere solche Videos geplant sind, war am Sonntag nicht in Erfahrung zu bringen.

Im dem online verbreiteten Video sagt Hörbiger unter anderem: "Wie waren wir doch froh und glücklich, als Sie Kanzler geworden sind" - um dann deftig SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner anzugreifen: "Wir" seien "entsetzt" gewesen, "wie die Frau Rendi-Wagner den Misstrauensantrag gestellt hat, vollkommen verblödet. Ich weiß nicht, da muss der Hass und Neid so groß sein, dass man so etwas macht. Sie hat die Republik infrage gestellt bzw. in schlechte Zeiten geführt", teilt sie die ÖVP-Kritik an dem - von der FPÖ und der Liste Jetzt im Parlament mitgetragenen - Misstrauensantrag.

SPÖ-Wahlkampfleiter Christian Deutsch reagierte am Vormittag auf das ÖVP-Video. Kurz habe das demokratische Misstrauensvotum nie verkraftet, entgegnete Deutsch. "Mangels eigener Themen verbreitet er machtgierig Schmutzkübelvideo."

"Ich habe gemerkt, dass Sie einige offene Fragen haben"

Am Nachtmittag reagierte dann auch Parteichefin Pamela Rendi-Wagner auf das Video von Christiane Hörbiger: "Ich habe gemerkt, dass Sie einige offene Fragen an mich haben", reagiert Rendi-Wagner darin verbindlich auf Hörbigers Aussagen Richtung SPÖ. Das Wichtigste sei, miteinander zu reden. "Daher schlage ich vor, dass wir uns zu einem persönlichen Gespräch treffen und Sie mich als Mensch besser kennenlernen, meine Ideen für Österreich und dass ich Ihnen auch Ihre offenen Fragen beantworten kann."

Große Berührungsängste zur Politik hatte Christiane Hörbiger nie - wobei sie sich bisher auf Präsidentschaftswahlkämpfe konzentrierte, und auch schon einmal aufseiten der SPÖ war: 2016 unterstützte sie den SPÖ-Präsidentschaftskandidaten Rudolf Hundstorfer. 1997 saß sie im - von Helmut Zilk geleiteten - überparteilichen Personenkomitee zur Wiederwahl Thomas Klestils. 2003 war Hörbiger selbst als ÖVP-Gegenkandidatin zu Heinz Fischer (SPÖ) im Gespräch - was sie aber umgehend dementierte, und dabei kundtat, sie habe sich Zeit ihres Lebens nie parteimäßig zuordnen lassen und auch nie einer Partei angehört.