Bis zu diesem Zeitpunkt hatte der gebürtige Wiener allerdings schon einige Karrierestationen hinter sich gebracht – manch eine davon mehr, manch eine weniger schlagzeilenträchtig.
Straches politische Sozialisation begann bereits früh: Mit 15 wurde er Mitglied der „Wiener pennale Burschenschaft Vandalia“, einer schlagenden Schülerverbindung. Seine Bekanntschaften dort: Gottfried Küssel, Franz Radl, Norbert Burger.
Mit der Tochter des Letzteren – Gründer und Leiter der NDP übrigens – war er auch bis Mitte der 1990er Jahre verlobt. Jahre später sorgte allerdings weniger diese Verbindung, sondern seine Kontakte zur sogenannten Wiking-Jugend für mediale Aufregung.
Für ähnlich viel Empörung sorgte ein 2007 veröffentlichtes Foto, das Strache beim Heben dreier Finger zeigt – in bekannten Kreisen auch als „Kühnen-Gruß“ und Variante des Hitler-Grußes bekannt. Für Strache hatte es damit gar nichts zu tun: Anfangs sprach er davon, dass dies ein Begrüßungsritual der Südtiroler Freiheitskämpfer sei.
Bier und Festzeltlaune sind allerdings ohnehin Teile der Grundausrüstung von Straches Politik. 1991 avancierte der damals 22-Jährige zum jüngsten Wiener Bezirksrat, in den 2000er Jahren hatte sich der Zahntechniker bis zum Wiener FP-Klubchef hochgearbeitet.
Verholfen hat ihm dazu sicher sein polterndes Auftreten: „Pummerin statt Muezzin“ oder „Daham statt Islam“ sind nur zwei der poetischen Beispiele aus der Schule Straches.
Auch Sager wie „Wir sind die neuen Juden“ – getätigt im Rahmen des WKR-Ball-Skandals 2012, als Demonstranten die FP-nahen Burschenschafter attackierten – trugen bestens zu diesem Image bei. Und die Tatsache, dass er sich gerne in der Nähe von Kreuzen aufhält, um christliche Nähe zu demonstrieren, ohnehin.
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