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Politik Inland
09/23/2020

Hass im Netz: ZARA verzeichnete starken Anstieg bei Meldungen

Organisation ortet auch Zusammenhang mit stärkerem Problembewusstsein - Vor allem rassistische Botschaften vorherrschend.

Meldungen zu Hass im Netz nehmen Jahr für Jahr stark zu. Die Organisation ZARA verzeichnete in ihrem dritten Beratungsjahr einen Anstieg von knapp einem Drittel. Waren es von September 2018 bis August 2019 noch 1.874 Fälle, stieg dieser Wert im gleichen Zeitraum danach auf 2.521 an. 80,7 Prozent der aufgezeigten Fälle betrafen Rassismus. Strafrechtlich relevant waren insgesamt 35 Prozent. ZARA begrüßt daher die Ausweitung des Verhetzungsparagrafen.

Dem Löwenanteil der rassistischen Postings und anderen Einträgen folgen nicht ideologisch motivierte Hassbotschaften mit 11,6 Prozent. Erst dann kommen Sexismus (5,2 Prozent) sowie Heteronormativismus, also Anfeindungen gegen nicht heterosexuelle Menschen (1,2 Prozent). "Ageism", also Hass aufgrund des Alters ist mit 1 Prozent vertreten, Hass gegen Menschen mit Behinderung ("Ableism") mit 0,3 Prozent.

Mehr Problembewusstsein

Die starke Thematisierung des Phänomens Hass im Netz in den vergangenen Jahren habe das Problembewusstsein bei Internet-Userinnen und -Usern erhöht und damit auch die Meldungen ansteigen lassen, interpretierte ZARA die Entwicklung. Rund um COVID-19 und die #BlackLivesMatter-Bewegung haben sich die monatlich gemeldeten Vorfälle sogar verdoppelt bis verdreifacht. Gemeldet wurde vor allem Rassismus gegen Muslime, Dunkelhäutige und Flüchtlinge.

Vorwiegend Verhetzung

Während 35 Prozent der gemeldeten Fälle laut ZARA strafrechtlich verfolgbar sind - es handelt sich dabei vorwiegend um Verhetzung, Beleidigung und Verstöße gegen das Verbotsgesetz - konnten beim Rest keine rechtlichen Schritte gesetzt werden. Im Zusammenhang mit dem Gesetzespaket gegen Hass im Netz begrüßt ZARA-Berater Lukas Gottschamel, dass die Forderung der Organisation nach einer Ausweitung des Verhetzungsparagrafen aufgenommen wurde.

Verantwortungsübernahme fordert ZARA allerdings auch von den Plattformen selbst: "Beim Versuch gegen Hass im Netz vorzugehen, sehen wir oft, dass Plattformen ihre Community-Standards schlicht nicht einheitlich und verlässlich einhalten. Das schafft Verwirrung, Unsicherheit und Frustration bei den Betroffenen", so Geschäftsführerin Caroline Kerschbaumer. Umso wichtiger sei es, dass auch jeder einzelne aktiv wird.

Mit dem neuen Web-Tool www.schnellerkonter.at geben ZARA und TUNNEL23 Internetuserinnen und -usern die Möglichkeit, rasch gegen Hass im Netz vorzugehen. Dieses bietet eine Vielzahl an Texten, Bildern und Videos, mit denen individuell Gegenrede zusammengestellt werden kann.

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