Politik | Inland
22.07.2018

Hartinger-Klein soll roten Sektionschef aus der Pension holen

Die zuletzt massiv unter Druck geratene Sozialministerin holt sich laut einem Medienbericht Hilfe: Walter Pöltner wurde als Experte über Parteigrenzen hinweg geschätzt.

Die Zusammenlegung der Krankenkassen, Einsparungen bei der AUVA, die Reform von Mindestsicherung und Arbeitslosengeld: Ministerin Beate Hartinger-Klein musste zuletzt viel Kritik einstecken – nicht nur an ihren Vorhaben, sondern auch an ihrer Kompetenz als Ministerin (der KURIER berichtete).

Jetzt soll sich die FPÖ-Ministerin Hilfe holen. Laut einem Bericht der Kleinen Zeitung hat sie den früheren Sektionschef Walter Pöltner reaktiviert und aus der Pension zurückgeholt. Der 66-Jährige ist SPÖ-Mitglied, als Sozialexperte wird er aber über die Parteigrenzen hinweg geschätzt.

 

Über Jahrzehnte hinweg war er maßgeblich an Reformen beteiligt – auch unter der ersten schwarz-blauen Regierung Anfang der 2000er-Jahre war er federführend und hat das Pensionskonto miterfunden. In Kreisen der SPÖ wurde dem Beamten die gute Zusammenarbeit mit der Regierung des damaligen Kanzlers und ÖVP-Chefs Wolfgang Schüssel übel genommen.

Pöltner ist gelernter Industriekaufmann, studierte dann Rechtswissenschaften und ging in die Arbeiterkammer. 1991 wechselte er als Beamter ins Sozialministerium und wurde 2002 Sektionschef. Zuletzt war er Honorarprofessor für Sozialrecht an der Uni Salzburg. Im Ministerium von Hartinger-Klein ist er, wie es offiziell heißt, für „juristische Steuerung“ verantwortlich.

Hinweis: Pöltner hat den Bericht der Kleinen Zeitung inzwischen dementiert.