Politik | Inland
27.04.2018

FPÖ-nahe Burschenschaft lud prominenten Rechtsextremen ein

Der deutsche Ex-NPD-Chef Udo Voigt soll laut DÖW am Freitagabend bei der Wiener Olympia auftreten.

Der deutsche NPD-Politiker Udo Voigt soll nach Informationen des Dokumentationsarchivs des österreichischen Widerstands (DÖW) am heutigen Freitag auf Einladung der Burschenschaft Olympia in Wien auftreten. Das berichtete die Wochenzeitung Falter am Freitag in ihrer Online-Ausgabe.

Die Olympia unterhält enge Verbindungen zur FPÖ. Der freiheitliche Justizsprecher Harald Stefan ist ebenso Olympe wie der FPÖ-Nationalratsabgeordnete Martin Graf und der freiheitliche Klubdirektor Norbert Nemeth. Keiner der FPÖ-Politiker, die auch Mitglieder der Olympia sind, wollten auf Anfrage des "Falters" mitteilen, ob sie an der Veranstaltung mit Voigt teilnehmen und wie sie zu dessen Aussagen stehen. Vizekanzler Heinz-Christian Strache teilte mit, nichts "von so einer Veranstaltung" zu wissen.

SS-Verherrlichung

Udo Voigt war von 1996 bis 2011 Parteivorsitzender der rechtsextremen NPD, seit 2014 ist er Mitglied des Europäischen Parlaments - als erster und einziger Abgeordneter der neonazistischen Partei. 2012 wurde Voigt wegen "Volksverhetzung" verurteilt, weil er die Waffen-SS verherrlichte und einen ausländerfeindlichen Werbespot verbreitet hatte.

Unter der Führung des Politikwissenschaftlers und früheren Hauptmannes der deutschen Bundeswehr zog die NPD damals in die Landtage von Sachsen und Mecklenburg-Vorpommern ein.

Vor einigen Jahren sol Voigt zu iranischen Journalisten über den Holocaust gesagt haben: “Die sechs Millionen können nicht stimmen. Es können maximal 340.000 in Auschwitz umgekommen sein.” Zuletzt trat Voigt laut Falter beim “Schild und Schwert”-Festival (kurz “SS-Festival”) in Sachsen als Redner auf. Dort versammelten sich mehr als tausend Rechtsextreme rund um den 20. April, den Geburtstag Adolf Hitlers.

FPÖ-Prominenz distanziert sich

Graf, Stefan und Nemeth bestätigten am Freitagnachmittag indirekt die Einladung ihrer Burschenschaft an Voigt. Sie seien aber nicht in die Organisation der Veranstaltung eingebunden gewesen, hätten erst kürzlich davon erfahren und würden auch nicht daran teilnehmen, teilten sie dem Falter mit. Man stimme auch nicht "mit den politischen Ansichten des Herrn Voigt überein", sagte Stefan auch im Namen der zwei anderen FPÖ-Funktionäre.