Nach der Pflichtschule begann Dörfler eine Lehre als Bankkaufmann. Dem Beruf blieb er fast 15 Jahre treu, ehe er 1985 ins Bier-Business wechselte und zunächst ineinem Depot der Villacher, später in der Schleppe Brauerei als Geschäftsführer fungierte.

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Minus 27, 8 Prozent
03/03/2013

FPK-Wahldesaster historisch einmalig

Seit 1945 hat noch nie eine (Landeshauptmann-)Partei so hoch verloren.

Die Freiheitlichen in Kärnten (FPK) und ihr Landeshauptmann Gerhard Dörfler müssen bei den Kärntner Landtagswahlen ein Minus von 27,8 Prozent verantworten. Einen auch nur annähernd großen Verlust hat es in der zweiten Republik bei bisher 133 Landtags-, 20 Nationalrats- und vier EU-Wahlen noch nicht gegeben.

Die bisher größten Verluste bei Wahlen hatte ebenfalls die FPÖ eingefahren: Besonders die Querelen im freiheitlichen Lager nach der Regierungsbeteiligung mit der ÖVP ab 2000 wurden von den FPÖ-Wählern nicht goutiert.

Bei den Wahlen zum EU-Parlament im Jahre 2004 stürzten die Freiheitlichen von 23,4 Prozent auf 6,3 Prozent ab – ein Minus von 17,1 Prozentpunkten, der zweitgrößte Wahlverlust einer Partei in Österreich und mit einem Minus von 73,1 Prozent der größte Verlust an Wählerstimmen einer Partei. Der Wahlverlierer hieß damals Johann Kronberger.

Bitter für die Freiheitlichen war zwei Jahre davor die Nationalratswahl 2002, bei dem FPÖ-Chef Jörg Haider eine Minus von 16,9 Prozent zu verantworten hatte, ein Absturz von 26,9 auf 10 Prozent.

Wahlsieger war damals die ÖVP mit einem Plus von 15,4 Prozent – der bisher größte Zugewinn einer Partei bei Bundeswahlen. Bundeskanzler Schüssel koalierte danach erneut mit der FPÖ. Schwerste interne Probleme führten Jörg Haider im April 2005 dann zum FPÖ-Austritt aller Regierungs- und Nationalratsmitglieder, und zur Gründung des BZÖ im April 2005.

Bei Landtagswahlen hat die FPK die rote Laterne für den größten Verlust von der ÖVP übernommen. Die Volkspartei hatte im Jahre 1989 in Tirol unter Landeshauptmann Alois Partl ein Minus von 15,9 Prozent. Allerdings von einem sehr hohen Niveau, 1984 hatten die Schwarzen noch 64,6 Prozent, Partl hielt dennoch die absolute Mandatsmehrheit mit 48,7 Prozent der Stimmen. Platz vier der größten Wahlniederlagen verzeichnete wiederum die FPÖ in Vorarlberg 2004 mit 14,5 Prozent – ebenfalls eine Folge der Querelen rund um die Regierungsbeteiligung. Erst beim Blick zurück bis ins Jahr 1949 findet sich ebenfalls noch ein hoher Verlust – bei den Landtagswahlen in Oberösterreich, bei der die Volkspartei von knapp 59 Prozent auf knapp 45 Prozent abstürzte.

Eine so große Bewegung von Wählerstimmen – im zweistelligen Prozentpunktebereich – gab es in der zweiten Republik insgesamt nur siebzehn Mal. Und nur zehn Mal schaffte es eine Partei zweistellig zuzulegen.

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