Politik | Inland
19.09.2017

Faymann & Co: Das wurde aus der alten Regierung

Am Mittwoch geht der wohl letzte Ministerrat dieser Legislaturperiode über die Bühne. Die dort auftretende Regierungsmannschaft hat allerdings nur noch wenig mit der 2013 angelobten gemein - was wurde aus der ursprünglichen Regierung?

Faymann & Co: Das wurde aus der alten Regierung

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Er führte die im Dezember 2013 angelobte Regierung bis Sommer 2016 an: Ex-Kanzler Werner Faymann. Ihm folgte Christian Kern. Nach seinem Rücktritt ließ sich Faymann als Lobbyist registrieren.

ÖVP-Chef, Vizekanzler und Finanzminister bis September 2014: Michael Spindelegger. Seit Jänner 2016 ist er Generaldirektor des Internationalen Zentrums für die Entwicklung von Migrationspolitik.

Im Herbst 2014 folgte der damalige Reinhold Mitterlehner Spindelegger als ÖVP-Chef und Vizekanzler, die Finanzagenden übernahm Hans Jörg Schelling. Mitterlehner verabschiedete sich im Frühsommer 2017. Unlängst ließ er sich als Unternehmensberater ins Firmenbuch eintragen.

In Vergleich zu den vorhin genannten Herren legte Sebastian Kurz einen Aufstieg hin: 2013 zum Außenminister angelobt führt er nun die ÖVP und könnte der nächste Kanzler werden.

Vor vier Jahren wurde sie von Heinz Fischer als Innenministerin angelobt, 2016 wechselte sie nach Niederösterreich - wo sie nunmehr Landeshauptfrau ist: Johanna Mikl-Leitner. Das Innenressort übergab sie an Landsmann Wolfgang Sobotka.

Wolfgang Brandstetter wurde 2013 als parteifreier Justizminister angelobt und stieg im Rahmer der ÖVP-Umbauatbeiten zum Vizekanzler auf. Für den Nationalrat kandidiert der anerkannte Jurist nicht mehr, ein Ministeramt könne er sich aber vorstellen, sagt er.

Neben Brandstetter zählt Familienministerin Sophie Karmasin zu den wenigen, die aus der ersten Regierungsmannschaft noch da sind - kündigte aber bereits ihre Rückkehr in die Privatwirtschaft nach der Wahl an.

Die Ministerkarriere des Gewerkschafters Rudolf Hundstorfer (SPÖ) endete mit seiner - bekanntlich wenig erfolgreichen - Kandidatur für das Amt des Bundespräsidenten. Heute ist er Präsident der Bundessportorganisation.

Alois Stöger (SPÖ) zeigte sich als Mann für alle Fälle: Angelobt als Gesundheitsminister wechselte er erst ins Verkehrsministerium und später an die Spitze des Sozialressorts. Stöger ist der einzige verbliebene SPÖ-Politiker aus der ursprünglichen Regierungsmannschaft, der am Mittwoch noch dem Ministerrat beiwohnt.

Zu den Verbliebenen gehört auch der Tiroler Andrä Rupprechter. Der schwarze Landwirtschaftsminister wechselte 2013 von Brüssel nach Wien - in letzter Minute auf Anraten des Tiroler Landeshauptmannes, wie es heißt.

Gerald Klug startete seine Karriere als Verteidigungsminister mit guten Beliebtheitswerten, biss sich dann aber am Heeres-Sparpaket die Zähne aus. Einem kurzen Auftritt als Verkehrsminister folgte nach der Demontage der Faymann-Achse letztlich der jähe Abschied aus der Regierung.

Auch Gabriele Heinisch-Hosek fiel den Rochaden nach Christian Kerns Machtübernahme in der SPÖ zum Opfer. Die ehemalige Bildungsministerin ist allerdings immer noch SPÖ-Frauenvorsitzende.

Kanzleramtsminister Josef Ostermayer galt stets als das Hirn der SPÖ-Regierungsmannschaft - der enge Faymann-Vertraute musste im Sommer 2016 allerdings auch gehen und wechselte in den Vorstand der SPÖ-nahen Sozialbau AG.

Sie schied indes ohne erzwungenen Rücktritt aus der Regierung aus: Doris Bures. Nach dem Tod Barbara Prammers übernahm die einstige Verkehrsministerin den Posten der Nationalratspräsidentin.

An Jochen Danninger dürften sich nur noch echte Polit-Insider erinnern: Der ehemalige Kabinettschef Spindeleggers agierte von Dezember 2013 bis September 2014 als Finanzstaatssekretär. Heute ist der ÖVP-Mann kaufmännischer Direktor bei Ecoplus.

Sonja Steßl war neben Danninger die zweite Staatssekretärin im Finanzressort, wechselte nach einem Jahr aber ins Bundeskanzleramt. Dort blieb die SPÖ-Politikerin, bis Kern das Haus übernahm - und wurde durch Muna Duzdar ersetzt.