Politik | Inland
01.11.2018

Familienbonus lässt Staatsschuld bis 2022 massiv steigen

Wifo: Haushalte im mittleren Einkommensbereich profitieren am stärksten von dieser Steuerentlastung.

Der bereits fixierte Familienbonus, der ab 2019 schlagend wird, wird die Staatsverschuldung laut Berechnungen des Wifo bis 2022 um 1,96 Mrd. Euro steigen lassen. Zwar kostet die Maßnahme bis dahin deutlich mehr, nämlich rund 4,8 Mrd. Euro. Gleichzeitig wird der Bonus aber u.a. eine Steigerung des Konsums und steigende Steuereinnahmen bewirken, wodurch sich die Kosten zum Teil selbst tragen.

Absetzbetrag am 1. Jänner 2019

Mit dem (bereits im Juli im Nationalrat beschlossenen) Familienbonus steht ab dem 1. Jänner 2019 ein Absetzbetrag von bis zu 1.500 Euro pro Kind und Jahr zur Verfügung, sofern ausreichend Einkommensteuer bezahlt wurde. Bei Familien mit Jugendlichen über 18 Jahre beträgt die Entlastung bis zu 500 Euro im Jahr, solange Familienbeihilfe bezogen wird. Für gering verdienende Alleinerzieher- und Verdiener ist ein Kindermehrbetrag von zumindest 250 Euro pro Kind vorgesehen. Der Familienbonus kann ab einem Bruttoeinkommen von etwa 1.700 Euro bei einem Kind voll ausgeschöpft werden. Eine Deckelung ist nicht vorgesehen.

Laut neuen Berechnungen des Wirtschaftsforschungsinstituts Wifo wird die Maßnahme privaten Haushalten von 2019 bis 2022 insgesamt eine Entlastung in Höhe von rund 4,8 Mrd. Euro bringen, was einen Steuerausfall in der gleichen Höhe bedeutet. Von der Entlastung entfallen 43 Prozent auf das mittlere Haushaltseinkommensdrittel und 28 bzw. 29 Prozent auf das obere bzw. untere Einkommensdrittel, so das Wifo in einer der APA vorliegenden Berechnung.