Politik | Inland
28.06.2018

Ex-Finanzminister Schelling erwartet wenig von Kassenfusion

Der ehemalige ÖVP-Finanzminister sagt, er wäre Chef der Eurogruppe geworden, hätte er auch dieser Regierung angehört.

Der frühere Finanzminister und ehemalige Chef des Hauptverbands der Sozialversicherungsträger Hans Jörg Schelling (ÖVP) erwartet sich von der geplanten Kassenfusion nicht allzu viel. Diese werde "lange nicht die Wirkung haben, die sich alle erwarten", meinte er bei einem Auftritt vor der Vorarlberger Jungen ÖVP, über die die "VN" berichten.

Schelling stört, "dass man nicht mit den Betroffenen redet", was die Reform nicht einfacher mache. Zudem fehle ihm die "große Strategie". Denn die Probleme lägen nicht in der Struktur der Sozialversicherung sondern in der Schnittstellenproblematik zwischen stationärem und niedergelassenem Bereich. Nicht sonderlich sinnvoll findet Schelling auch die geplante Fotopflicht auf der E-Card. Der Aufwand stehe in keiner Relation zum tatsächlichen Missbrauch.

Ein wenig Bedauern schwingt bei Schelling bezüglich seines Ausscheidens aus der Regierung mit: "Wäre ich Finanzminister geblieben, wäre ich zum Chef der Eurogruppe gewählt worden. Das war schon ausgemacht." Aber so sei die Politik eben.