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Politik Inland
11/27/2019

Das FPÖ-Persönlichkeitsprofil

Haider und Strache haben einiges gemein: Sie winden und wehren sich, wenn das Scheinwerferlicht erlischt. Und sie zerstören, was sie erschaffen haben.

Sie stehen beide an der Spitze und einander um nichts nach. Jörg Haider und Heinz-Christian Strache haben mehr miteinander gemein als nur die Führung der Freiheitlichen. Sie werden als Spitzen, Spalter und Zerstörer in die blaue Parteigeschichte eingehen.

Da sind die Erfolge, die die beiden für das Dritte Lager einfahren. Haider schafft es in den1990ern, die FPÖ in die Zweistelligkeit und Regierung zu führen – Strache tritt knapp zwei Jahrzehnte später in seine Fußstapfen. Politisch wie persönlich.

Da ist der Personenkult um „Jörg“ und „HC“. Ihre Persönlichkeit ist Parteiprogramm. Und Projektionsfläche. Sie haben einen Hang zu fragwürdigen Auslandsbeziehungen (Haider zu Libyen, Strache zu Russland) und einen exaltierten Lebensstil. Sie inszenieren sich am Gipfel des Großglockners und tingeln durch Disco-Keller, um die Wähler und nicht zuletzt auch sich selbst bei Laune zu halten.

Die FPÖ-Chefs sind Egozentriker, die das Bad in der Menge nicht nur lieben, sondern nachgerade danach lechzen. Gemäß der Erkenntnis „Sein heißt wahrgenommen werden“ (George Berkeley 1685–1753) existieren Charaktere wie Haider und Strache beinah nur, wenn sie im Rampenlicht stehen. Sie winden und wehren sich, wenn das Scheinwerferlicht erlischt. Und sie zerstören, was sie einst erschaffen: Haider geht und spaltet die FPÖ mit der Gründung des BZÖ 2005. Strache wird gegangen und spaltet in Gegner und verbliebene Anhänger.

Um den Riss nicht noch größer werden zu lassen, zieht die FPÖ jetzt einen Schlussstrich. Sie bleibt zurück. Mit zwei Chefs. Norbert Hofer und Herbert Kickl haben ihre Stärken, aber nicht das Zeug zur Kultfigur. Die wird wohl erst gefunden werden – müssen. Vielleicht von Kickl selbst, der dereinst als Stratege nach Haiders Abgang niemand geringeren als Strache (er)fand.

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