Coronavirus: Neos kritisieren fehlende Teststrategie der Regierung

Proben von mehreren Personen werden mit einem einzigen Test getestet
Gerald Loacker mahnt: Lockdown-Öffnung kann nur mit Begleitmaßnahmen funktionieren

Die Neos befürworten zwar die Lockerung der Coronavirus-Einschränkungen in Österreich, fordern aber Begleitmaßnahmen von der Regierung. Damit eine Öffnung gut funktionieren kann, brauche es mehr Schutzausrüstung für Gesundheitspersonal, eine genaue Identifikation von Risikogruppen und vor allem eine ordentliche Teststrategie, erklärte Nesos-Gesundheitssprecher Gerald Loacker am Donnerstag.

"Nur Teststrategie kann 2. Welle verhindern"

"Eine Teststrategie fehlt bisher", bemängelte er die Vorgangsweise der Regierung. Es brauche eine gute Kombination aus PCR-Tests, die direkt nach dem Erbgut von SARS-CoV-2 suchen, und sogenannten Elisa-Tests, die nach Antikörpern suchen. Nur mit einer guten Teststrategie könne verhindert werden, dass die Krankheit beim Hochfahren des Handels und des öffentlichen Lebens wieder aufflammen wird, zeigte sich Loacker in einem Online-Pressegespräch überzeugt. Mit einer solchen Strategie könne damit auch ein zweiter Lockdown verhindert werden.

Ziel einer ordentlichen Teststrategie sei es vorrangig, neue Infektionsherde aufzudecken, so Loacker. Man dürfe sich nicht nur auf jene beschränken, die anrufen und über Symptome klagen, forderte er am Donnerstag. "Nur durch Tests können wir Hochrisikogruppen schützen", sagte er. Von der Regierung forderte der Gesundheitssprecher, transparent zu machen, welche Tests sie genau verwendet, welche Menge bestellt wurde und ob auch angedacht ist, die Tests für den privaten Gebrauch verwenden zu können.

Datenerfassung in Echtzeit

Laut Loacker brauche es mehr Corona-Stichproben in Risikogebieten und in Risikogruppen - etwa in Pflegeheimen, beim Krankenhauspersonal und bei Ärzten im niedergelassenen Bereich. Außerdem müsse das Erfassen und Einspielen der Daten in Echtzeit passieren, verlangte er eine Effizienzsteigerung in diesem Bereich. Nur so könne ein Infektionsherd schnell genug erkannt werden, so Loacker. Ein gutes Datenmanagement sei jetzt wichtig, bisher gibt es nach seinem Geschmack "zu viele Unklarheiten bei der Datenerhebung". Alle Daten, die zur Verfügung stehen, sollten gebündelt werden, keiner solle sein eigenes Süppchen kochen, forderte der Neos-Abgeordnete.

Neben der fehlenden Teststrategie kritisierte Loacker in dem Gespräch am Donnerstag vor allem zwei weitere Punkte, nämlich die ausständige Definition der Risikogruppen und den Mangel an Schutzausrüstung für Gesundheitspersonal. Dass es immer noch Spitäler und Alten- und Pflegeheime gebe, in denen nicht ausreichend Schutzausrüstung vorhanden ist, sei schlimm, denn "das Gesundheitspersonal ist erfolgsentscheidend", so Loacker.

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