Politik | Inland
28.04.2018

Chef der Sozialversicherungen will nicht streiken

Alexander Biach hält wenig von den in der Luft liegenden Kassen-Streiks: "Probleme am Tisch lösen, nicht auf der Straße"

Der Streit um die Zusammenlegung der Sozialversicherungsträger eskalierte jüngst: Nachdem die Regierungsspitze die Kassen wegen angeblicher Privilegien attackierte, drohten Mitarbeiter der Gebietskrankenkassen mit Streik. Wegen der Fusionspläne fanden bereits Betriebsversammlungen statt – wovon sich Bundeskanzler Sebastian Kurz (ÖVP) betont unbeeindruckt gab.

Alexander Biach, Vorsitzender des Hauptverbandes der Sozialversicherungsträger, bemüht sich nun um eine Beruhigung des aufgeladenen Konflikts: Im Ö1-Mittagsjournal sprach er sich entschieden gegen Kampfmaßnahmen der Kassen aus: „Ich will keine Streiks“, so der ÖVP-nahe Biach. Er werde sich „mit allen Kräften dafür einsetzen“, dass es nicht dazu kommt, erklärte der Hauptverbands-Chef. „Als gelernter Sozialpartner sage ich: Probleme sollten wir am Tisch lösen, nicht auf der Straße“, richtet Biach seinen Kassenkollegen aus. Gegen die Pläne der ÖVP-FPÖ-Koalition, die Zahl der Sozialversicherungsträger von 21 auf fünf zu reduzieren, habe er nichts einzuwenden.

Die Sozialpartner, die aufgrund der Selbstverwaltung den Ton in den Kassen angeben und teils im Visier der Regierung sind, bekommen indes via Umfrage Rückenwind in der derzeitigen Debatte: Laut einer Erhebung für profil haben zwei Drittel der Befragten eine gute Meinung von den Sozialpartnern, lediglich 18 Prozent stellen den gesetzlichen Interessensvertretern ein schlechtes Zeugnis aus.