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Politik Inland
02/19/2020

Caritas wiederholt Forderung, Sozialhilfe neu zu reformieren

Katholische Hilfsorganisation fordert von zwei Ministern konkrete Maßnahmen zur Halbierung der Kinderarmut.

von Christian Böhmer

Zwei Minister, ein Caritas-Präsident - und ganz viele kleine, herzige Kinder: Willkommen im Lerncafe in der Wiener Kempelengasse. Die Idee der österreichweit 54 Lerncafes ist eine denkbar einfache: Kinder, deren Eltern sich keine Hort- oder Nachmittagsbetreuung leisten können, werden kostenlos bei Hausaufgaben und der Vorbereitung von Schularbeiten unterstützt.

Und deshalb sind Rudi Anschober, Susanne Raab und Michael Landau hier. Sie wollen ein konkretes Thema ansprechen: die Kinderarmut. Und natürlich auch, um mit den Kinder zu reden. 

"Ich will einmal Wissenschafterin werden, damit ich eine Brille entwickeln kann, mit der man Bakterien sehen kann", sagt eine Schülerin. Eine andere rechnet gerade die Mathematik-Hausübung durch.

"97 Prozent der Kinder, die in den Lerncafes betreut werden, haben das vergangene Schuljahr positiv abgeschlossen", sagt Caritas-Chef Landau

Das Projekt ist demnach eine Erfolgsgeschichte - und trotzdem wären alle glücklich, wäre es irgendwann ganz überflüssig.

Allein: Davon ist Österreich noch weit entfernt. Immer noch leben 57.000 Kinder in Haushalten, die laut Statistik Austria als "erheblich materiell depriviert" gelten. Anders gesagt: Sie sind in akuter Armutsgefahr. 

Laut Sozialminister Anschober gibt es in der Bundesregierung den Konsens, diesbezüglich "die Ärmel hochzukrempeln". Ziel sei, die Zahl der benachteiligten Kinder - eben 57.000 - "Schritt für Schritt" zu halbieren. 

Integrationsministerin Raab wies besonders darauf hin, dass Kinder Deutsch lernen müssten. Wenn - wie etwa in Wiener Mittelschulen - rund 60 Prozent der Schüler sagen, sie hätten eine andere Umgangssprache als Deutsch, dann sei hier einiges zu tun.

Caritas-Boss Michael Landau forderte bei der Gelegenheit einmal mehr, dass die Sozialhilfe neu reformiert wird. 78.000 Kinder seien direkt auf diese angewiesen. Und sähe man die Debatte "durch die Brille der Kinder", dann müsse man den Ländern Spielraum geben, um regionale Unterschiede einzupreisen, sprich: die bisweilen höheren Wohnungspreise müssten bei der Höhe der Sozialhilfeleistung berücksichtigt werden können.

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