Blaues Quad und Food-Corner im Möbelhaus: Die Wahlkampf-Abschlüsse

Alexander Van der Bellen winkt seinen Anhängern zu, die Schilder hochhalten.
Am Sonntag wird in Österreich gewählt. So wollen die Kandidaten noch einmal mobilisieren

Der Hofburg-Wahlkampf hat das Finale erreicht. Morgen, Sonntag, wird das nächste Staatsoberhaupt gewählt. Bereits am Freitag veranstalteten gleich fünf der sieben Kandidaten ihren Wahlkampf-Abschluss. Die Herren – es tritt keine Frau an –, die sich für das Amt bewerben, versuchten noch einmal Unterstützer zu mobilisieren.

Den Auftakt setzte Ex-BZÖ/-FPÖ-Politiker Gerald Grosz am Freitagvormittag. Am Nachmittag folgten dann der amtierende Bundespräsident Alexander Van der Bellen. Der bekam bei seinem letzten Vorwahlauftritt prominente Unterstützung: Sowohl Neos-Chefin Beate Meinl-Reisinger als auch der steirische Ex-Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (ÖVP) hielten Reden zu Van der Bellens Gunsten.

Ebenfalls am Freitag traten Bierpartei-Chef Dominik Wlazny und FPÖ-Kandidat Walter Rosenkranz noch einmal öffentlich auf. Rechtsanwalt Tassilo Wallentin wird seinen Wahlkampf-Abschluss erst am Samstag beim Oktoberfest in der Lugner-City zelebrieren. MFG-Chef Michael Brunner hat kein finales Event angesetzt.

Alexander Van der Bellen mit seiner Frau bei einer Wahlveranstaltung, umgeben von Unterstützern mit Wahlplakaten.

Bundespräsident Alexander Van der Bellen, Marx-Palast, Wien

Am Freitagnachmittag warben prominente Unterstützer für Van der Bellen. Darunter: Neos-Chefin Beate Meinl-Reisinger, Ex-Landeshauptmann Hermann Schützenhofer (ÖVP), Ex-LIF-Chefin Heide Schmidt und Doris Anzengruber (Caritas). Im Publikum: SPÖ-Chefin Pamela Rendi-Wagner, Vize-Kanzler Werner Kogler (Grüne)  und  Ex-ÖVP-Ministerin Maria Rauch-Kallat

Ein Mann sitzt auf einem blauen Quad und lächelt in die Kamera.

FPÖ-Kandidat Walter Rosenkranz, Viktor-Adler-Markt, Wien

Die Location für den Wahlkampf-Abschluss des blauen Kandidaten  war keine Überraschung.  Der Viktor-Adler-Markt im 10. Wiener Gemeindebezirk   als Wahlkampfveranstaltungsort hat FPÖ-Tradition. Die FPÖ wirbt  häufig im Arbeiterbezirk um Unterstützung. Überraschend war hingegen das Fortbewegungsmittel, das Rosenkranz wählte: ein blaues Quad.

Ein Mann spricht vor einem Banner mit der Aufschrift „Mei Präsident“.

Bier-Partei-Chef und Musiker Dominik Wlazny alias Marco Pogo, Stephansplatz, Wien

 Wlazny begeht den Abschluss seiner  „Red’ ma drüber!“-Tour  auf dem Wiener Stephansplatz. Der Kandidat positionierte sich im Wahlkampf als  linker Konterpart zu Alexander Van der Bellen.  Er sei im Gegensatz zum Ex-Grünen und Amtsinhaber Van der Bellen unabhängig, so Wlaznys Botschaft. Van der Bellen gilt  seinen Gegnern als Kandidat des „Establishments“.

Ein Mann hält eine Rede vor Mikrofonen, während Kameraleute ihn filmen.

Blogger und Ex-BZÖ/-FPÖ-Politiker Gerald Grosz, Ballhausplatz, Wien

Er will dem „Establishment“ am Sonntag einen Denkzettel verpassen.  Van der Bellen und die Bundesregierung waren im Wahlkampf sein Feindbild. So auch bei seinem Wahlkampfabschluss, bei der Grosz „ungezählte Verfassungsbrüche“ der Regierung ins Treffen führte. Grosz’ wichtigstes Ziel: Van der Bellen in eine Stichwahl zu zwingen.

Eine ältere Frau umringt von Reportern und Mikrofonen vor einem Gebäude.

Waldviertler Schuh-Produzent Heinrich Staudinger, Food-Corner Möbelhaus, Schrems

Einen ungewöhnlichen Austragungsort   wählte Staudinger für den Abschluss seines Wahlkampfes: Er lud seine Anhänger in den Food-Corner seines Möbelhauses nach Schrems ein. Im Wahlkampf sorgten manche Äußerungen Staudingers für Irritation – etwa, dass die MeToo-Bewegung von der CIA „entwickelt“ worden sei.

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