Heinz-Christian Strache und Josef Bucher

© APA/Milenko Badzic

Nachlese
09/19/2013

Blau-Orange im brüderlichen Paarlauf

Strache und Bucher vermieden allzu heftige Angriffe - meist waren sie sich einig.

Noch etwas mehr als eine Woche bis zur Wahl. Am Donnerstag traten die ehemaligen Parteikollegen Heinz-Christian Strache und Josef Bucher gegeneinander beim TV-Duell des ORF an. Die Moderation übernahm erneut Ingrid Thurnher. Die Debatte zur Nachlese.

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Startschuss:

Strache und Bucher - ein Bruderzwist. Seit Knittelfeld haben die ehemaligen Parteifreunde wenig füreinander übrig - das hört man auch an den Wortspenden, die zu Beginn des Duells eingespielt werden: Strache lässt das Wort "Würschtln" fallen.

Moderatorin Thurnher beginnt gleich mit einer heiklen Frage nach Jörg Haiders Erbe, dessen Nachfolger ja beide Kontrahenten sind. Bucher will sich nicht distanzieren und spricht von "fundamentaler Leistung" Haiders. Strache beginnt selbstbewusst: Damals sei Haider ein Ausnahmepolitiker gewesen, heute sei er es selbst.

Prompt geht das Thema auf die Hypo über - erster Angriff Straches auf die Große Koalition.

Hypo:

Prominentes Thema im Duell. Strache verweist auf Kärnten, Bucher auf die FPÖ. Strache: "Kein Politiker saß im Vorstand der Bank" - der FPÖ-Chef will "grundsätzlich" über das Bankensystem reden. Zum zweiten Mal mahnt Thurnher die Diskutanten, nicht über Politiker zu reden, die nicht anwesend sind.

Bucher protestiert: Viele Verantwortliche hätten die Probleme nicht gesehen, "aber ich hätte das sehen sollen? Sie werden mir auch noch die Schuld für den Einsturz der Reichsbrücke geben".

Verwaltung:

Fliegender Wechse: Strache ist der Ansicht, man müsse in puncto Verwaltung die Vorschläge des Rechnungshofs umsetzen. Stichwort KMU und Sozialversicherungsträger. Bucher schlägt in die selbe Kerbe: "Da müssen wir schlanker werden, da müssen wir effizienter werden."

FPÖ/BZÖ:

Wo liegen denn die Unterschiede zwischen den beiden Parteien, fragt Thurnher... Bucher appelliert an Straches so gern affichierte "Nächstenliebe" - er solle doch bitte prophezeien, dass das BZÖ nicht in den Nationalrat kommt, dann werde sicher das Gegenteil passieren, ist Bucher überzeugt. Strache kontert: "Jede Stimme für das BZÖ ist eine verlorene Stimme." Bucher habe sich bei den NEOS angebiedert, das sei "wirklich lächerlich" gewesen.

Migration:

Ist das BZÖ "weltoffen", wie es im Wahlprogramm steht? Wieso sollen dann laut gewünschter Bauordnung nicht Moscheen gebaut werden? Bucher: "Das entspricht nicht unserem Kulturverständnis"...."und das wollen wir nicht haben". Strache will die Menschen befragen - Stichwort direkte Demokratie. Die Sprache kommt auf Zwänge, mit denen sich Frauen und Kinder konfrontiert sehen sollen. Man habe in Österreich eine bestimmt Geschichts- und Werteentwicklung. Bucher stimmt zu.

Europäische Union:

Bucher erinnert an die Gründungsväter der EU, diese seien nämlich Liberale gewesen. Er wollen den Gedanken der souveränen Länder retten. Die EU sei momentan nicht einmal imstande, zu Syrien mit einer Stimme zu sprechen -"Ja, was ist denn das für eine Europäische Union?" Und übrigens: Russland soll nicht der EU beitreten.

"Auch Russland ist ein europäisches Land", kontert der blaue Obmann. Die Türkei aber nicht. Die EU solle keine Religionsgemeinschaft sein, aber er wolle keine Islamisierung.

Koalition:

Bucher bringt den Tenor der Debatte auf den Punkt: Man habe so viele Gemeinsamkeiten, nur punktuelle Unterschiede. "Zumindest gibt es niemanden, der das BZÖ ausschließt".

Strache will zwar die Orangen Wähler zurück, aber nicht die Orangen.

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