Politik | Inland
26.04.2018

Bett statt Kabinett: Nach Moser jetzt Kneissl und Löger krank

In 120 Tagen Türkis-Blau bereits vier Krankheitsfälle. Außenministerin und Finanzminister aber nur wenige Tage außer Gefecht.

„Es gehört nicht zum Bild eines Politikers, krank und schwach zu sein“, sagte einst der deutsche Innenminister Horst Seehofer nach seiner lebensbedrohlichen Herzmuskelentzündung.

Tatsache ist aber: Auch ein Spitzenpolitiker ist vor Krankheit nicht gefeit. Und die österreichische Regierung hat es in ihren ersten 130 Tagen besonders heftig erwischt: Vier Krankheitsfälle gab es bisher bei Türkis-Blau, aktuell sind zwei Minister außer Gefecht.

Mitte April erlitt Minister Josef Moser eine Blutvergiftung, eine Woche lag der 62-Jährige mit Fieberschüben im Spital. Seit Montag ist der Reformminister wieder in Amt und Würden, da fiel am Mittwoch das nächste Regierungsmitglied aus: Hartwig Löger erkrankte gleich nach seiner Rückkehr aus Washington.

Der Finanzminister hatte die Frühjahrstagung des Internationalen Währungsfonds in der US-Hauptstadt besucht, jetzt liegt der 52-jährige Steirer mit Fieber im Bett. Ein Treffen mit den Ländervertretern zum Pflegeregress musste am Mittwoch kurzfristig abgesagt werden.

In der Nacht auf Donnerstag erwischte es Außenministerin Karin Kneissl. Einen Boulevard-Bericht, wonach die 53-Jährige „mit dem Notarzt ins Spital“ gebracht worden sei, dementiert ein Sprecher. Die Ministerin sei wegen eines Infekts in ärztlicher Behandlung, weiter wollte der Sprecher nicht ins Detail gehen: „Die Ministerin bittet um Respekt vor ihrer Privatsphäre.“ In ein paar Tagen dürfte die von den Freiheitlichen nominierte Außenministerin wieder fit sein, ebenso Finanzminister Löger.

Ende Februar musste Kanzler Sebastian Kurz eine Bulgarien-Reise krankheitsbedingt verschieben. Schon im November fiel der 31-Jährige mitten in den Regierungsverhandlungen kurz wegen eines Infekts aus.