Indien: Hungerstreiken­der zwingt Regierung in die Knie

Als den "neuen Gandhi" bezeichnen Anna Hazares Anhänger ihr Vorbild. Mit einen Hungerstreik kämpfte er für ein Antikorruptionsgesetz und gewann.

"Ein Protest als Lektion für die Welt": Anna Hazare, 74-jähriger Bürgerrechtler aus Indien, hat mit einem Hungerstreik seine Regierung in die Knie gezwungen. Nach weitreichenden Zugeständnissen des Parlaments hat der Anti-Korruptions-Aktivist nun seinen Hungerstreik beendet. Vor zehntausenden jubelnden Anhängern im Zentrum von Neu Delhi nahm er am Sonntag ein paar Schlucke Kokosmilch und Honig zu sich. Hazare hatte seit dem 16. August gefastet, um gegen die in Indien allgegenwärtige Korruption zu protestieren und ein verschärftes Gesetz gegen Bestechung durchzusetzen. Die Behörden hatten Hazare zunächst festnehmen lassen, nach drei Tagen aber wieder freigelassen, nachdem sie feststellen mussten, dass er in der indischen Bevölkerung über großen Rückhalt verfügt. Die massiven Proteste setzten die Regierung von Ministerpräsident Manmohan Singh stark unter Druck. Der 74-jährige Bürgerrechtler erklärte am Samstag vor seinen Anhängern, die Bevölkerung habe tagelang gemeinsam mit ihm gekämpft und nun den Sieg davongetragen. Finanzminister Pranab Mukherjee hatte erklärt, das Parlament sei auf wesentliche Forderungen Hazares eingegangen. Zu diesen Forderungen zählten vor allem die Schaffung einer unabhängigen Behörde, die alle Minister, Abgeordnete und Beamte überwacht, sowie Ombudsmänner in allen 29 Bundesstaaten. Anfang August soll nun ein von der Regierung eingebrachtes Gesetz zur Bekämpfung der Korruption erweitert und gestärkt werden. Der zuständige Parlamentsschuss wird in den kommenden Wochen einen neuen Gesetzentwurf ausarbeiten.
(APA/AFP/dpa / csm) Erstellt am
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