"Ich gelobe" am Heldenplatz

Beim Festakt zum Nationalfeiertag wurde heuer wieder die Wehrpflicht-Debatte zum Thema. Viele Zuhörer gab es aber ob des Regens nicht.

Der heurige Nationalfeiertag hat wetterbedingt weit weniger Schaulustige angezogen als in den Jahren davor. Wie jedes Jahr am Nationalfeiertag wurden Mittwochvormittag am Heldenplatz Rekruten angelobt, heuer waren es 1400. Die politischen Ansprachen drehten sich wie schon im Jahr davor zum Teil um die Wehrpflicht. Während SP-Verteidigungsminister Norbert Darabos für eine Umstellung auf ein Berufsheer warb, verwies Bundespräsident Fischer auf die "zentrale Rolle der verfassungsmäßig verankerten Wehrpflicht" für das Bundesheer. Fischer erntete damit Applaus vom Publikum. Eine Weiterentwicklung sei aber natürlich notwendig, so Fischer.

Bild: Bundeskanzler Werner Faymann und Bundespräsident Heinz Fischer Verteidigungsminister Darabos hielt dagegen an der Notwendigkeit einer Umstellung auf ein Berufsheer fest. Die Rekruten würden in eine Armee eintreten, "die im Umbruch begriffen ist". Im Umbruch deshalb, weil sich die Welt und damit auch die sicherheitspolitische Lage verändert hätte. Das Bundesheer müsse auf neue Herausforderungen vorbereitet werden. 

Bild: (vlnr.) Generalstabschef Othmar Commenda, Verteidigungsminister Norbert Darabos, BK Werner Faymann und BP Heinz Fischer SP-Bundeskanzler Werner Faymann stellte ins Zentrum seiner Ansprache den gesellschaftspolitischen Zusammenhalt. Österreich sei Vorbild darin, bei Konflikten das Gemeinsame vor das Trennende zu stellen. Allen Rednern gemeinsam war die Bekenntnis zur Neutralität.

Bild: Bundeskanzler Werner Faymann und Vizekanzler Michael Spindelegger Kein Regierungsmitglied durfte sich trotz Regenwetters drücken. Mittag öffneten dann Hofburg, Parlament und diverse Regierungsgebäude ihre Pforten zu einem Tag der offenen Tür. 

Bild: Finanzministerin Maria Fekter und Wissenschaftsminister Karlheinz Töchterle Unter den Schaulustigen am Heldenplatz wurde auch ein als Neandertaler verkleideter Mann gesichtet. Außerdem noch am Heldenplatz unterwegs: Tennisspieler Thomas Muster Bei der Leistungsschau des Bundesheeres konnte man unter anderem eine Militärstreife begutachten. Auch am Wiener Rathausplatz wurde allerlei militärisches Gerät aufgefahren. Die Kleinsten hatten ihren vermeintlich ersten Nahkontakt mit der Exekutive. Am Heldenplatz stand auch ein Eurofighter zum Einsteigen bzw. als Fotokulisse. Unter den Schaulustigen befand sich auch der ein oder andere Demonstrant, der das Heeresbudget lieber in Bildung investieren würde. Wie jedes Jahr gab es die Möglichkeit sich aus der Luft einen Überblick über den Heldenplatz zu verschaffen.
(apa / mn) Erstellt am
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