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Politik
12/05/2011

Höchststrafe für Mircos Mörder

Olaf H. muss lebenslang ins Gefängnis. Wegen der Schwere des Verbrechens kann er nicht vorzeitig entlassen werden.

Lebenslang. Daran hatte keiner gezweifelt. Nicht die Verteidigung, nicht die Staatsanwaltschaft, nicht die Eltern des Opfers. Olaf H. muss für unbestimmte Zeit ins Gefängnis. Er kann nicht auf eine vorzeitige Entlassung nach 15 Jahren hoffen. Denn das Gericht hat am Donnerstag die besondere Schwere seiner Schuld festgestellt.

Der heute 45-jährige Olaf H. sei am 3. September 2010 "wie ein Jäger" 200 Kilometer umhergefahren - auf der Suche nach einem Opfer -, heißt es im psychiatrischen Gutachten des Gerichts. Bei Grefrath, nahe der niederländischen Grenze, hat er den zehnjährigen Mirco, der gerade vom Skateplatz nach Hause radeln wollte, in seinen Dienstwagen gezerrt und entführt.

Olaf H., ein zuvor unbescholtener Telekom-Manager und Familienvater, der nicht das geringste Alarmsignal ausgesendet hatte, missbraucht den Buben sexuell, erdrosselt ihn mit einer Plastikschnur und sticht danach mit einem Messer in dessen Hals. Die Leiche lässt er im Wald zurück.

Es beginnt eine 145 Tage lange Suche nach Mirco - eine der größten Suchaktionen Deutschlands. Erst im Jänner fand man Olaf H.s Spur. Er führte die Polizei zur Leiche von Mirco.

"Totale Demütigung"

Über sein Motiv ließ der 45-Jährige das Gericht bis zuletzt im Unklaren. Immer wieder hatte er verschiedene Versionen des Tatverlaufs aufgetischt. Der psychiatrische Gutachter vermutet, dass er den wehrlosen Zehnjährigen entführt hat, um sein Machtgefühl gegenüber dem Angsterfüllten auszukosten. Er sei kein Pädophiler, habe Mirco aber missbraucht, um die "totale Demütigung" zu verspüren.

Durch ein frühkindliches Trauma könnte sich die Aggressivität des Täters von dessen Persönlichkeit abgekapselt haben. Deshalb habe er auf sein Umfeld freundlich, ausgeglichen und liebevoll gewirkt. Das sind aber nur Vermutungen, da sich Olaf H. keiner Psycho-Diagnostik unterziehen wollte. Einen Einblick in seine seelischen Abgründe wollte er nicht geben. Vor Gericht weinte er, in seiner Zelle hat er ein Bild von Mirco aufgehängt. "Ich erwarte keine Vergebung", sagte er während des Prozesses.

Die Verteidigung legte Revision gegen das Urteil ein. Der Angeklagte empfinde "tief verwurzelte Reue und völliges Unverständnis" gegenüber seiner Tat.

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