Hiroshima: Gedenken an Atombombenab­wurf

Am 6. August 1945 wurde eine vier Tonnen schwere Uranbombe über Hiroshima gezündet. Drei Tage später wurde Nagasaki zerstört.

Der nukleare Angriff der USA auf die japanische Stadt Hiroshima jährte sich am 6. August zum 66. Mal. Marineoffizier William Parsons flog mit dem nach seiner Mutter benannten B-29 Bomber "Enola Gay" mit der vier Tonnen schweren Atombombe Richtung Japan. Nach über sechs Stunden Flugzeit explodiert um 08:15 Ortszeit in 567 Metern Höhe eine Uranbombe, genannt "Little Boy", über Hiroshima. Drei Tage später zerstörte eine weitere Atombombe, diesmal mit Plutonium bestückt, die Hafenstadt Nagasaki. Der Sprengsatz "Fat Man" entsprach der Sprengkraft von 22.000 Tonnen des herkömmlichen Sprengstoffs TNT. Sechs Tage nach dem Angriff auf Nagasaki erklärte Japan seine Kapitulation, womit der Zweite Weltkrieg beendet war. Noch Jahre später hatte der damalige US-Präsident Harry S. Truman erklärt, die Bombe hätte ihn nicht um seinen Schlaf gebracht. Hiroshima wurde als Ziel des Vernichtungsschlages ausgewählt, weil es Sitz des militärischen Hauptquartiers der kaiserlichen Armee für Westjapan war. Die Explosion verursachte eine Druckwelle, die mit einer Anfangsstärke von 35 Tonnen pro Quadratmeter und mit einer Geschwindigkeit von 440 Metern pro Sekunde Gebäude und Menschen niederwalzte. Die Lungen der Menschen hielten dem Druck nicht Stand und kollabierten. Viele wurden meterweit durch die Luft geschleudert oder von herumfliegenden Trümmern und Glassplittern tödlich verletzt. Im Umkreis von 500 Metern waren fast alle Menschen sofort tot. Die Temperatur erreichte eine Sekunde lang zwischen 3000 und 4000 Grad Celsius. Schätzungen zufolge sollen 140.000 Menschen bis Ende 1945 an den direkten Folgen der Atombombe gestorben sein. Die Spätfolgen der radioaktiven Verseuchung zeigen sich bis heute in Form von Schilddrüsen-, Lungen-, und Brustkrebs oder Leukämie. Hiroshima hat am Samstag des ersten Atombombenabwurfs vor 66 Jahren gedacht. Unter dem Eindruck der Katastrophe im Kernkraftwerk Fukushima sagte Ministerpräsident Naoto Kan, Japan sollte seine Abhängigkeit von der Atomenergie reduzieren. Ziel sei die Schaffung einer Gesellschaft, die nicht auf Atomenergie angewiesen sei. In Hiroshima erinnern nur noch Mauerreste und die ausgebrannte Stahlkuppel einer Ausstellungshalle an die Ereignisse des 6. August 1945. Beim Wiederaufbau der zu 90 Prozent zerstörten Stadt wurden diese Elemente unverändert gelassen und als Atombomben-Dom in den Friedenspark der Stadt integriert.
(apa) Erstellt am
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