Havarierter Frachter: Katastrophe steht bevor

Vor der Küste Neuseelands droht der Frachter mit 1700 Tonnen Schweröl an Bord zu brechen. Zudem bekommt er zunehmend Schlagseite.

Risse und Schlagseite: Den havarierten Frachter "Rena" vor der Küste Neuseelands wird man kaum noch retten können. Am Rumpf des auf ein Riff aufgelaufenen Containerschiffs sind "Spannungsrisse" entdeckt worden, sagte Premierminister John Key. Zudem kippt das Schiff beinahe um: Viele der 1370 geladenen Container gingen von Bord, manche wurden bereits an die Küste gespült. Die Behörden scheinen den Kampf gegen die drohende Umweltkatastrophe verloren zu haben. Es sei nicht mehr auszuschließen, dass der Frachter dem Druck der Wellen nun nicht mehr standhalte und auseinanderbreche. Die "Rena" ist aus noch ungeklärter Ursache am vergangenen Mittwoch am Astrolabe-Riff auf Grund gelaufen. Auch ist bereits Öl aus dem havarierten Containerschiff an die neuseeländische Küste gespült worden. Am Strand von Mount Maunganui, einem beliebten Badevorort der Hafenstadt Tauranga, wurden die Klumpen entdeckt. Durch einen Riss sickerten bereits bis zu 300 Tonnen Schweröl in die bei Touristen beliebte Plenty-Bucht. Insgesamt hatte der Frachter 1700 Tonnen Öl an Bord. Nur ein Bruchteil konnte abgepumpt werden, dann musste die Aktion wegen schlechten Wetters und hohen Seegangs abgeblasen werden. Der philippinische Kapitän des Frachters wurde inzwischen festgenommen und gegen Kaution auf freien Fuß gesetzt.  Ihm wird vorgeworfen, mit der Führung seines Schiffs für "unnötige Gefahren und Risiken" gesorgt zu haben. Das Unglücksgebiet vor der Plenty-Bucht war bisher ein Paradies für Seevögel, Delfine sowie Wale und wegen der Natur und der Badestrände auch bei Touristen sehr beliebt. Das bis jetzt ausgetretene Öl hat bereits einigen Schaden angerichtet. Helfer versuchen seit Tagen mit Öl verdreckte Tiere zu putzen. Das Unglück hätte zu keinem ungünstigeren Zeitpunkt geschehen können: Gerade zu dieser Jahreszeit kommen Gruppen von bis zu 500 Walen kämen zu dieser Jahreszeit üblicherweise mit ihren Jungen in die Bucht. In der Gegend leben auch Zwergpinguine. Mehrere ölverklebte Vögel sind bereits verendet.
(apa, dpa / mn, csm) Erstellt am
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