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Politik
08/02/2012

Große Gelsen-Invasion blieb aus

Das heurige "Gelsenjahr" sei mittelmäßig, sagt Biologe Bernhard Seidel. Lokal können die Quälgeister zur Plage werden.

Der Mix wäre perfekt. Warme Temperaturen und Regen lassen die kleinen Plagegeister zur Hochform auflaufen. Heuer aber bleiben weite Teile Österreichs von einer Gelsenplage verschont. "Wir haben heuer ein mittelmäßiges Gelsenjahr", sagt Bernhard Seidel, Biologe und Stechmücken-Forscher.

Die klimatischen Bedingungen bleiben für Gelsen ideal: Regen, Sonne, warme Temperaturen. Am Freitag breiten sich im Laufe des Tages die Regenschauer und Gewitter auf nahezu ganz Österreich aus. Es besteht erneut Unwettergefahr mit Wolkenbruch, Hagelschlag und Sturmböen. Kräftige Gewitter wurden von der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik auch für das Wochenende vorhergesagt. Dazu kommen noch warme Temperaturen.

Die Folge können Überschwemmungen sein, und genau das brauchen die Blutsauger, um sich vermehren zu können. Lokal kann es deshalb zwar zu einer Gelsen-Invasion kommen. Das große Schwirren bleibt jedoch aus. Als Grund dafür nennt Seidel den viel zu trockenen Frühling. "Bis Mai haben sich zu wenige ausgebildet."

Wien etwa blieb bisher vom Gelsen-Terror beinahe zur Gänze verschont. Grund dafür sind fehlende, groß­flächige Überschwemmungen entlang der Donau. Der Bereich vom nördlichen Tullnerfeld bis Stockerau blieb heuer großteils trocken. "Wenn es hier Überschwemmungen gibt, dann haben wir die Gelsen auch in Wien." Doch heuer seien sie in Niederösterreich in einer zu kleinen Menge vorhanden, um die Stadt zu erobern. Dennoch können regionale Witterungsphänomene die Population steigern. Der Biologe nennt hier die Leithaauen.

Arten-Vielfalt

Für den Forscher ist die Entwicklung bemerkenswert. Zwar schwirren in Summe weniger Plagegeister herum, jedoch registriert der Experte eine Vielzahl an Gelsenarten. Laut der Österreichischen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) gibt es in Österreich derzeit ungefähr 40 verschiedene Gelsenarten. "Heuer haben wir eine sehr durchwachsene Stech­mücken-Gesellschaft", erklärt Seidel. Nicht nur die Haus- und Überschwemmungsgelse, auch die sogenannten Wiesen-, Wald- und Fiebermücken sind in großer Anzahl vorhanden.

Wie lästig die Quälgeister sind, bestimmt letztlich immer die subjektive Wahrnehmung. Für Geplagte hat Seidel Tipps parat: ruhig bleiben und nicht bewegen; keine Parfüms verwenden sowie lange und helle Kleidung tragen.

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