Griechenland: Selbstmord eines Ex-Staatssekretärs
Der ehemalige griechische Innenstaatssekretär Leonidas Tzannis hat sich das Leben genommen. Dies bestätigte eine Sprecherin der Panhellenischen Sozialistischen Bewegung (Pasok). Über die Ursachen wollte sich die Partei nicht äußern. Einen Brief habe Tzannis nicht hinterlassen, hieß es.
Die Medien stellten den Tod Tzannis` in einen Zusammenhang mit Geldwäschevorwürfen. Der Name des früheren Staatssekretärs war vor kurzem auf einer Liste von Politikern aufgetaucht, die in Geldwäscheaffären verwickelt sein sollen.
Tzannis ist der erste griechische Politiker, der sich nach Ausbruch der schweren Finanzkrise das Leben nimmt. Wie mehrere griechische Medien übereinstimmend berichteten, hat sich der frühere Staatsekretär erhängt. Seine Frau habe seine Leiche im Keller seines Hauses in der mittelgriechischen Hafenstadt Volos entdeckt.
Schmähung
Der Sozialisten-Politiker soll in den vergangenen Tagen engen Freunden gesagt haben, er könne "die Schmähung nicht mehr ertragen", wie die Athener Zeitung To Vima auf ihrer Internetseite meldete.
Im September hatten Medien Listen mit 36 Namen von Politikern veröffentlicht, die Steuern hinterzogen oder Geld gewaschen haben sollen. Die griechische Regierung forderte die Justiz des Landes auf, die Gerüchte über die angebliche Verwicklung von Politikern umgehend aufzuklären. Unter den Verdächtigen sind ehemalige Minister, zahlreiche Parlamentsabgeordnete und der Chef einer kleinen Partei.
Die Listen sollen aus dem Amt zur Bekämpfung von Finanzdelikten SDOE stammen und an die Presse durchgesickert sein. Die Behörde prüft zurzeit, ob diese Politiker tatsächlich Steuern hinterzogen oder sich illegal bereichert haben. Harte Fakten über diese Fälle wurden jedoch bislang nicht veröffentlicht.
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