Greenpeace: 40 Jahre Spektakel

2,8 Millionen Unterstützer, jährliche Einnahmen von über 230 Millionen Euro: Was als abenteuerliche "Hippie-Aktion" in einem Fischerboot begann, ist heute die wohl einflussreichste Umweltschutz-Organisation der Welt.

Greenpeace feiert Geburtstag: Die internationale Umweltorganisation wurde vor exakt 40 Jahren ins Leben gerufen. Am 15. September 1971 war eine Gruppe Umweltaktivisten an Bord des Fischerboots "Phyllis Cormack" in See gestochen, um bei Amchitka, vor der Küste Alaskas, einen Atomversuch der USA zu verhindern. An Bord befand sich ein bunter Haufen Idealisten. Die Aktion schlug zwar fehl, doch die Naturschützer machten weltweit Schlagzeilen. Sie gaben ihrer Aktion einen Namen, der die Umweltfarbe "grün" mit dem Wort "Frieden" verband: "Greenpeace". Der Schutz der Meere war für Greenpeace anfangs das Hauptthema. Viele verbinden die Organisation nach wie vor mit ihrem Einsatz gegen den Walfang. Das Erfolgsrezept von Greenpeace lässt sich mit einem Wort beschreiben: Frechheit. Mit Überraschungsaktionen und leicht verständlichen Bildern, die den Medien zur Verfügung gestellt werden, schafft es Greenpeace seit 40 Jahren, die Aufmerksamkeit auf Umweltthemen zu lenken. Das Prinzip "David gegen Goliath" spielte immer eine wichtige Rolle und bescherte den Umweltaktivisten weltweit Sympathien. Richtig bekannt wurde die Organisation nach einem tragischen Ereignis. 1985 versenkte der französische Geheimdienst das Greenpeace-Schiff Rainbow Warrior in Auckland (Neuseeland). Damals starb ein niederländischer Fotograf. In den vergangenen 40 Jahren hat Greenpeace erfolgreich die Aufmerksamkeit auf Umweltthemen gelenkt: Sei es bei Aktionen gegen die Atomindustrie... ...gegen den Umgang mit Gift und toxischen Abfällen... ...oder gegen genmanipulierte Lebensmittel. Seit 2009 ist Kumi Naidoo, Umwelt- und Menschenrechtsaktivist aus Südafrika, Chef von Greenpeace International. Die Organisation hat heute rund 2,8 Millionen Unterstützer und ist schon lange ein "Global Player" in Sachen Umweltschutz und Lobbying. Im Jahr 2010 wurden Gelder in der Höhe von 230 Millionen Euro eingenommen. Von Politik oder Industrie wird - nach eigenen Angaben - kein Geld angenommen. Greenpeace gibt in vielen Ländern den Takt an, wenn es um das Thema Atomenergie geht. Gemeinsam mit anderen Umweltorganisationen arbeitete Greenpeace etwa 1997 mit der österreichischen Regierung das Anti-Atom-Paket aus. 2003 initiierte die Organisation das Volksbegehren "Atomkraft raus aus Europa", das von 131.853 Menschen unterschrieben wurde. Greenpeace Österreich wurde im Jahr 1982 gegründet. Die erste Aktion war ein Protest gegen die Trichlorphenol-Anlage der Chemie Linz. Die Aktion führte zur Stilllegung der dioxinverseuchten Anlage. Wie vor 40 Jahren arbeitet Greenpeace auch heute mit spektakulären Aktionen... ...um die Aufmerksamkeit der Medien bzw. der Öffentlichkeit zu bekommen. Wie der Name bereits andeutet, spielt bei den Aktionen die Gewaltlosigkeit eine große Rolle. Auf den Bildern geht die Aggression stets von Vertretern der angeprangerten Großkonzernen oder Regierungen aus, während Aktivisten in einer passiven Opferrolle bleiben. Anketten und sogenannte "Sit-ins" sind wichtige Aktionsformen der Aktivisten... ...sowie spektakuläre Abseilaktionen, die oft für Schlagzeilen sorgen.
(APA / lef) Erstellt am
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