Gipfeltreffen der Österreicher vor der UNO

Außenminister Spindelegger sprach vor der Vollversammlung, Thomas Mayr-Harting saß ihr vor. Thema Nr. 1: Nahost-Friedensgespräche.

Zu einem Schaulaufen der Österreicher kam es vergangene Woche in New York im Rahmen der UNO-Generalversammlung. Am Mittwoch trafen bereits Bundespräsident Heinz Fischer, Kanzler Werner Faymann und Außenminister Michael Spindelegger in New York zusammen. Zum wahren Gipfeltreffen der Österreicher kam es dann am Samstag in einer in dieser Form vermutlich erstmaligen Konstellation: Spindelegger sprach vor der UNO-Vollversammlung, der österreichische Vertreter bei den Vereinten Nationen in New York, Thomas Mayr-Harting (Mitte) saß ihr vor. (Im Bild links: Außenminister von Montenegro Milan Rocen) Spindelegger wurde zu seiner Rede der Tradition gemäß von Mayr-Harting, dem Vorsitzenden der Generalversammlung auf das Podium gebeten und danach auch wieder verabschiedet. Mayr-Harting war im Vorfeld der Tagung zu einem der beiden Vizepräsidenten der Generalversammlung gewählt worden. Mayr-Harting hatte auch bereits am Freitag den Vorsitz der Generaldebatte innegehabt, ihm war dabei die "historische" Rolle zugefallen, den palästinensischen Präsidenten Mahmoud Abbas (Bild) zu dessen Rede auf das Podium zu bitten, in der Abbas schließlich den Antrag auf Vollmitgliedschaft Palästinas einbrachte. Der 57-jährige Mayr-Harting wird in wenigen Wochen seinen Posten räumen. Er wird neuer Vertreter der Europäischen Union am UNO-Hauptsitz in New York. Der erfahrene Diplomat ist damit einer der ranghöchsten Vertreter Österreichs im neuen Europäischen Auswärtigen Dienst (EAD). Spindelegger verbrachte die Zeit in New York mit verschiedenen diplomatischen Pflichten. Er besuchte den Ground Zero... ...traf den libanesischen Außenminister Adnan Mansour... ...UNO-Generalsekretät Ban ki-Moon... ... und Israels Außenminister Avigdor Liberman. Spindelegger verteidigte den Fahrplan des Nahost-Quartetts in seiner Rede vor der UNO-Generalversammlung: "Es gibt keine Alternative als zu direkten Verhandlungen zurückzukehren". Im Sinne der Rolle des Wiener UNO-Standortes als Drehscheibe für Gespräche über Frieden, Sicherheit und Entwicklung kündigte Spindelegger die baldige Eröffnung eines UNO-Verbindungsbüros für Abrüstungsfragen (UNODA) in Wien an.

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(apa / csm) Erstellt am
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