Politik 18.01.2012

Geheimdienst und Polizei waren für Geiselbefreiung bereit

Es war alles für eine eventuelle Geiselbefreiung bereitgestellt. Im Außenministerium tagte der Krisenstab, gleichzeitig wurde auch in der österreichischen Botschaft in Addis Abeba ein Krisenstab eingerichtet.

In ersten Meldungen war die Rede davon, dass auch ein Österreicher unter den Geiseln sei. Im Krisenstab in Wien war neben Vertretern des Außen- und Innenministeriums auch der Einsatzchef des Bundesheeres, Generalleutnant Christian Segur-Cabanac. Im Falle einer Geiselnahme hätte der Auslandsnachrichtendienst des Bundesheeres (HNA) eine genaue Lageanalyse aus Äthiopien bringen müssen. Dann wären bereits abmarschbereite Teams des Bundeskriminalamtes entsandt worden. Entwarnung konnte gegeben werden, nachdem Staatsminister Berhane Gebre Christos in Addis Abeba gegenüber Botschafterin Gudrun Graf zwar den Tod eines Österreichers bestätigte, nicht aber die angebliche Entführung eines weiteren.

Gefährlich

Dass es im Land gefährlich ist, wusste man im Außenministerium auch schon vorher ohne militärische HNA-Analysen. Die offizielle Reisewarnung: "Von Reisen in die Region Afar, insbesondere von Reisen in die Danakil-Senke, wird aus Sicherheitsgründen abgeraten, da mit weiteren Zwischenfällen und Entführungsversuchen gerechnet werden muss." Beim Dresdner Reiseveranstalter will man davon nichts gewusst haben. Angehörige von Opfern werden auf der Homepage lapidar an den deutschen Krisenstab verwiesen.

( Kurier ) Erstellt am 18.01.2012