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Politik
08/03/2012

Fußballtrainer verging sich an Kindern

Der vierfache Familienvater missbrauchte einen Spieler und seinen eigenen Sohn. Er muss für zehn Monate ins Gefängnis.

Ich bekenne mich schuldig. Es stimmt alles, was im Strafantrag drinnen steht." Mit diesen Worten gestand der 49-jährige Fußballtrainer am Freitag im Wiener Straflandesgericht, einen elfjährigen Spieler und seinen eigenen Sohn sexuell missbraucht zu haben. Während seiner Tätigkeit bei einem Wiener Stadtliga-Club hatte der vierfache Familienvater einen elfjährigen Spieler regelmäßig geküsst und ihn darüber hinaus auch an intimen Stellen berührt. Das schilderte das mittlerweile 28-jährige Opfer dem Schöffensenat. Schon damals sei im Verein getuschelt worden, der Trainer "stehe auf Buben".

Jahre später, als sein eigener Sohn elf wurde, missbrauchte er auch diesen – zwei Mal. Dies erklärte der 49-Jährige mit über­mäßigem Alkoholkonsum. Außerdem habe er sich damals "allein" gefühlt, nachdem seine Ehefrau Scheidungsabsichten geäußert hatte. Danach versuchte der Vater immer wieder, sich seinem Sohn zu nähern. "Aber ich bin ihm aus dem Weg gegangen", erzählte der mittlerweile 18-Jährige vor Gericht.

Facebook-Profil

Der Fall wurde von beiden Opfern verdrängt und wäre vermutlich nie aufgeflogen. Der 49-Jährige hat seine pädophilen Neigungen allerdings nicht beherrschen können. Das wurde ihm zum Verhängnis.

Im vergangenen Dezember er­zählte er seinem Sohn und dessen Freundin, dass er gern die Nacht mit einem Buben verbringen würde, den er derzeit trainiert. Die Freundin wurde hellhörig, woraufhin ihr der 18-Jährige schließlich schilderte, dass sein Vater sich vor einigen Jahren an ihm vergangen habe. Gemeinsam beschlossen die beiden, sich das Facebook-Profil des Mannes genau anzusehen. Auf der Pinnwand eines 13-Jahrigen hatte der Fußballtrainer tatsächlich den Wunsch nach einer gemeinsamen Nacht geäußert.

Nach wochenlanger Überlegung entschloss sich der Sohn letztendlich, den eigenen Vater anzuzeigen. "Man kann nicht jemanden herumlaufen lassen, der eine Gefahr für andere ist", sagte der 18-Jäh­rige am Freitag im Zeugenstand aus. Als Konsequenz wurde der Vater Ende März verhaftet. Im Zuge umfassender Ermittlungen stieß die Polizei auf das erste Opfer des Fußballtrainers. Der Angeklagte legte ein umfassendes Geständnis ab. Er habe seine Neigungen jahrelang verdrängt, "bis ich Zuneigung zu dem Spieler verspürt habe. Das war ein Schock. Ich bin auf einmal auf die Idee gekommen, dass mir Männer gefallen", erklärte der 49-Jährige.

Mildes Urteil

Bei einem Strafrahmen von bis zu zehn Jahren verurteilte ihn das Gericht zu zweieinhalb Jahren Haft. Davon wurden zehn Monate unbedingt ausgesprochen. Dem staatlich geprüften Fußballtrainer wurde eine Trainertätigkeit für Minderjährige untersagt. Außerdem muss er sich einer Therapie unterzeihen. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

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