FPK-Parteitag: Kurt gewählt, Uwe bejubelt
Unter dem Motto "Jetzt erst recht" fand heute im Villacher Kongresshaus der FPK-Landesparteitag. Dabei wählten die Delegierten Kurt Scheuch mit 97 Prozent zum neuen Parteiobmann. Er folgt auf seinen Bruder Uwe, der ihm den einst von Jörg Haider geprägten Spruch "Geh du voran" mit auf den Weg gab. Die Funktion des Landesrates und stellvertretenden Landeshauptmannes hatte Kurt schon davor übernommen.
Zu den Klängen des Films "Fluch der Karibik" zog die FPK-Spitze in den Saal ein. Der geschäftsführende Parteiobmann Kurt Scheuch erklärte eingangs, die Stimmung zeige, dass man "unbesiegbar" sei. Geschwungene Kärntner Fahnen, zahllose Kärntner Anzüge und Trachtenjoppen sowie Dirndlkleider prägten das Bild.
"Uwe, Uwe"-Sprechchöre
Scheuch begrüßte sämtliche prominente Freiheitliche, unter ihnen den ehemaligen FPÖ-Chef und Vizekanzler Herbert Haupt. Die Bundes-FPÖ war durch den Dritten Nationalratspräsidenten Martin Graf vertreten, auch der Kärntner FPÖ-Obmann Christian Leyroutz hatte den Weg nach Villach gefunden. Als Kurt Scheuch einen "besonderen Mann" begrüßte, nämlich "meinen Bruder Uwe", gab es heftigen Applaus und "Uwe, Uwe"-Rufe samt Standing Ovations.
Vor dem Kongresshaus hatte sich ein Grüppchen Grün-Sympathisanten eingefunden, angeführt von Landessprecher Frank Frey. Sie begrüßten die Delegierten und Gäste mit Trillerpfeifen und "Neuwahl jetzt"-Taferln. Mit Beginn des Parteitags packten sie ihre Sachen zusammen und räumten das Feld. Die Filmmusik von "Fluch der Karibik" war übrigens bereits beim freiheitlichen Parteitag am 16. Jänner 2010, bei dem man sich vom BZÖ trennte und wieder der Bundes-FPÖ zuwandte, zum Einsatz gekommen.
Im weiteren Verlauf des Parteitags mussten die bösen Medien mehrfach als Sündenböcke herhalten. FPÖ-Obmann Christian Leyroutz warf Journalisten vor, die Objektivität zu ignorieren und Politik machen zu wollen. Landeshauptmann Gerhard Dörfler unterstellte der Kleinen Zeitung gar, für ein in der Sonntag-Ausgabe erschienenes Interview mit Frank Stronach Geld erhalten zu haben.
Dörfler: Erfolge von Medien "totgeschwiegen"
Dörfler erklärte in seiner Ansprache, Stronach habe in der Zeitung vier Seiten für ein Interview erhalten, "das kriegt nicht einmal der Regierungschef". Da müsse man sich schon fragen, ob da "der Euro, den der Stronach nicht will, nachgeholfen hat". "Wir haben leider keine befreundeten oder gekauften Medien", beklagte der Landeshauptmann. In den Medien würden Dinge zum Skandal gemacht, die man den Freiheitlichen umhängen wolle.
Sämtliche Erfolge der Freiheitlichen, von der Budgetsanierung über die sinkende Arbeitslosigkeit bis zum Koralmtunnel, würden hingegen totgeschwiegen. "Das werden Sie nie lesen." Dörfler hatte Zeitungsartikel dabei, mit denen er den Delegierten erklärte, welche Medienhetze gegen die Kärntner im Allgemeinen und die Freiheitlichen im Besonderen geführt werde: "In Kärnten wird versucht, aus Erfolgsprojekten Skandale zu machen. In Wien fließen die Milliönchen, da werden ein paar Zeitungen bedient und alles ist in Ordnung."
Leyroutz kritisierte zuvor, einige Journalisten, "vor allem jene eines Kleinformats", würden unter dem Vorwand der Pressefreiheit agieren und "objektive Berichterstattung unter Weglassung der Objektivität mit Kommentierung vermengt", damit wollten diese Journalisten Politik machen. Ihr großes Ziel sei es, den "Betriebsunfall Kärnten" mit einer freiheitlichen Regierung wieder zu reparieren.
Neue Vorwürfe gegen Dörfler
Unterdessen droht dem Landeshauptmann weiteres Ungemach. Laut dem Magazin profil sollen in den kommenden Tagen mehrere Zeugen in der Causa Dörfler einvernommen werden, unter ihnen einige Beamte. Dörfler soll Baufirmen, die sich um Aufträge bewarben, in Hinblick auf mögliche "Sponsoringgeschäfte" vorselektiert haben. SPÖ-Klubobmann Reinhart Rohr bestätigte den profil-Bericht: "Offenbar wollte Dörfler Einfluss nehmen auf die Auswahl der Unternehmen, die zur Teilnahme an der Ausschreibung eingeladen werden." Die Vermutung liege auf der Hand, dass nur jene Unternehmen zum Zug gekommen seien, die sich durch "bisherige Spendentätigkeit profiliert haben".
Dörfler ging am Landesparteitag auf die neuen Korruptionsvorwürfe ein: "Ihr könnt`s ruhig schlafen, da ist nichts dran." Man versuche lediglich, ihn anzupatzen. Die Partei sei als Gemeinschaft über viele Hürden gegangen und das werde man auch in den nächsten Monaten so machen, erklärte Dörfler.
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