Finale Schlacht um "Nomadensiedlung"

Die "Dale Farm" in Essex, England, wird nach zehn Jahren zwangsgeräumt. Die Polizei trifft auf erbitterten Widerstand der Bewohner.

Nach jahrelangem Gerichtsstreit hat die britische Polizei mit der Räumung einer illegalen Wohnwagensiedlung in der Grafschaft Essex begonnen. Dabei kam es zu Zusammenstößen mit den Bewohnern, den "Irish Travellers", die sich weiter gegen die Räumung wehrten. Polizisten in schwerer Ausrüstung durchbrachen Barrikaden, wütende Bewohner des Camps warfen Steine auf sie und zündeten einen Wohnwagen an. Anfang der Woche hatten die Travellers in letzter Instanz vor Gericht den Kampf um ihr Bleiberecht verloren. Die Stadtverwaltung hatte am Dienstag angekündigt, die Siedlung mit 49 illegalen Stellplätzen werde nun ohne weitere Diskussionen geräumt. Die mindestens 50 Polizisten waren am frühen Mittwochmorgen angerückt. Im Camp wurde der Strom abgestellt. Bei den Zusammenstößen dürfte es auch zu Verletzten gekommen sein. Fernsehbilder zeigten, wie ein Mensch auf einer Trage zu einem Krankenwagen gebracht wurde. Die "Irish Travellers" sind ein Nomadenvolk mit Wurzeln in Irland. Einige von ihnen hatten das Dale Farm genannte Gelände vor zehn Jahren gekauft. Als die Siedlung immer größer wurde, begannen die Proteste von Anwohnern. Die britische Öffentlichkeit ist über die Zwangsräumung der Siedlung gespaltener Meinung.
(apa, dpa / aho) Erstellt am
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