Finale einer Ära

Schüssels Kanzler-Zeit mit schwarz-blauer Wende und bitterem Ende.

2000 - Wende 
Am 4. Februar wurde Wolfgang Schüssel als erster ÖVP-Kanzler seit 1970 angelobt. Bundespräsident Klestil war gegen den Pakt mit der FPÖ – entsprechend war seine Miene. Quarantäne 
Die Regierungsbeteiligung der Haider-FPÖ brachte Schüssel anfangs Ächtung: Die Staaten der EU reduzierten ihre politischen Kontakte zu Wien für ein halbes Jahr auf ein Minimum – es war die Zeit der "Sanktionen". 2002 - Umsturz
 In der FPÖ eskalierte der Streit um die Steuerreform. Nach dem Parteitag in Knittelfeld erklärte das FPÖ-Regierungsteam um Vizekanzlerin Riess-Passer den Rücktritt – es gab Neuwahlen. Coup 
Nach Knittelfeld legte die ÖVP bei der Nationalratswahl auf 42% zu und belegte erstmals seit 1966 Platz eins. Coup: Schüssel holte Karl-Heinz Grasser als "parteiunabhängigen" Minister an Bord und koalierte wieder mit der FPÖ. 2005 - Neue Partei 
An der FPÖ-Basis rumorte es weiter; im April spaltete sich die Parteiführung unter Anleitung von Jörg Haider ab – das BZÖ wurde geboren. Schüssel führte die Koalition dennoch weiter. 2006 - Niederlage 
Bei der Wahl 2006 fiel die ÖVP hinter die SPÖ zurück, Schüssel trat als VP-Obmann zurück, er machte den Weg frei für eine Neu-Auflage der Großen Koalition (Gusenbauer/Molterer) – sie hielt nur eineinhalb Jahre.

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(kurier) Erstellt am
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