Politik
05.12.2011

"Es ist sehr wahrscheinlich..."

Jörg Weingrill beschäftigt sich hauptberuflich mit der Suche nach Außerirdischen. Er ist Astrophysiker am Institut für Weltraumforschung in Graz.

KURIER: Wie kommt man auf die Idee, nach Leben auf anderen Planeten zu suchen?
Jörg Weingrill:
Seit ich vor 14 Jahren ein Teleskop gekauft habe, lässt mich der Weltraum nicht mehr los. Es ist sehr wahrscheinlich, dass es in dem riesigen Sonnensystem mehrere Planeten gibt, auf denen Leben möglich ist.

Angenommen, die Menschen entdecken Leben außerhalb der Erde. Was würde uns das bringen?
Das ist eine philosophische Frage. Wir wüssten, dass wir nicht alleine im Universum sind.

Gibt es auch Risiken, die eine solche Erkenntnis mit sich bringen würde?
Der berühmte Astrophysiker Stephen Hawking warnt davor, mit Außerirdischen in Kontakt zu treten. Was, wenn diese höher entwickelt sind als wir? Die Gefahr wäre ziemlich groß, dass sie die Erde angreifen.

Eine berechtigte Angst?

Eher nicht. Der nächste Stern ist vier Lichtjahre entfernt. Wir brauchen derzeit tausende Jahre, um dort hinzugelangen. Wenn wir davon ausgehen, dass auch andere intelligente Wesen physikalische Gesetze nicht außer Kraft setzen können, ist es kaum möglich, dass sie ganz schnell hier sind.

Ihre Prognose: Wann werden Außerirdische entdeckt?
Ich schätze in den nächsten 20 bis 30 Jahren.

Wie will man den Kontakt zu ihnen herstellen?
Die Erde sendet Radiowellen aus, um mit fremden Planeten in Kontakt zu treten. Der Grund: Man geht davon aus, dass intelligente Wesen das Prinzip der elektromagnetischen Wellen kennen und verwenden. Unser Problem: Verwenden Aliens eine stark verschlüsselte Kommunikation (z.B. GPS) ist es schwierig, sie zu orten.

Mehr zum Thema

  • Hauptartikel

  • Interview