Ein Schütze jagt in Berlin Nachtschwärmer
Zwei junge Männer wurden am Wochenende in der Berliner Innenstadt Opfer eines unbekannten Schützen. Am Sonntag um 6.30 Uhr entdeckten Passanten auf dem Alexanderplatz einen jungen Mann mit einer lebensgefährlichen Schussverletzung. Der 23-Jährige musste notoperiert werden. Er erlitt einen Leistendurchschuss und soll sehr viel Blut verloren haben. Sein Zustand ist kritisch. Die Mordkommission ermittelt.
Bereits Samstagfrüh wurde ein 22-Jähriger im Stadtteil Schöneberg mit einem Bauchschuss lebensgefährlich verletzt. Er war um 5.15 Uhr gemeinsam mit sieben weiteren jungen Leuten auf dem Heimweg nach einer Party.
Aus bisher ungeklärter Ursache kam es zu einem Wortwechsel zwischen der Gruppe und einem unbekannten Mann. Laut einer Polizeisprecherin soll sich der Mann nach dem Weg zur Grunewaldstraße erkundigt haben. Als offenbar niemand die Frage beantworten konnte, zog er eine Waffe und schoss in die Luft. Woraufhin die jungen Leute davonliefen. Der zirka 30- bis 35-jährige Täter schoss noch einmal und traf den 22-jährigen in den Bauch. Der Unbekannte konnte dann entkommen.
Kritik
„Berlin brutal", schreibt die Berliner Zeitung. Nachtschwärmer sollten vorsichtig sein. Am Sonntag war noch nicht sicher, ob es einen Zusammenhang zwischen den beiden Attentaten gibt. Die Berliner Polizei gab sich zugeknöpft.
Nach dem gewaltsamen Wochenende gab es auch heftige Kritik an einem Polizeieinsatz in Wedding. Dort griff ein 50-Jähriger mit einer Axt und zwei Messern zwei Polizisten an. Obwohl er von mehreren Schüssen getroffen wurde, ließ er zunächst nicht von seinem Messer ab.
Erst als Verstärkung kam, wurde der am Boden liegende Mann mithilfe von Pfefferspray, einem Schlagstock und einem Polizeihund überwältigt. Augenzeugen beschrieben das Vorgehen der Polizei als unverhältnismäßig: „Der Mann schien wehrlos, der Einsatz der Polizei wirkte sehr brutal", wird ein Passant in der Bild am Sonntag zitiert. Laut Berliner Zeitung bekam er auch einen Tritt in den Nacken. Und in Bild online erschienen Fotos, die den Einsatz zeigen. Der Mann ist außer Lebensgefahr.
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