© Jeff Mangione

Politik
05/06/2012

Die Radfahrerin

Wir sind umweltfreundlich und besser gelaunt!

Ich kenne das schon. Sobald man als deklarierte Radfahrerin mit eingefleischten Autofahrern an einem Tisch sitzt, müssen sich diese Luft machen: Ja, gesund mag es ja sein. Aber: Es sei einfach eine Zumutung, wie viele von uns im Straßenverkehr unterwegs sind, man sei seines Lebens nicht mehr sicher. Und überhaupt, auf gut Wienerisch, alles eine Frechheit.

Dem kann ich nur entgegensetzen: Wir benutzen das umweltfreundlichste aller Fortbewegungsmittel. Und wir sind legale Verkehrsteilnehmer, als solche aber täglich überrascht , mit wie viel Aggression uns Pkw-Lenker begegnen. Man ist ihnen im Weg, wenn sie mit überhöhter Geschwindigkeit auf blinkende Ampeln losrasen. Man wird ständig angehupt oder auf den Fahrbahnrand gedrängt. Und sie hassen einen, wenn man sie wenige Augenblicke später wieder überholt, während sie im Stau stehen bleiben müssen. Man kommt irgendwann zu dem Schluss, dass Autofahren in der Stadt Menschen offensichtlich nicht glücklich macht.

 

Fit und froh

Fahrradfahren hingegen macht mich zum Beispiel ausgesprochen froh: Ich brauche kein Fitnesscenter, weil meine Fitness auf dem Weg zur Arbeit, ins Kino oder an die Alte Donau passiert. Ich habe im Gegensatz zu früher keine Kreislaufbeschwerden mehr. Und ich erlebe meine Stadt so intensiv wie sonst nie: Es ist spannend, an den vielen interessanten Menschen und Lokalen am Donaukanal vorbeizufahren, die Stimmung einer Sommernacht auf der ehemaligen Zweier­linie zu erleben. Am Sonntag mit Freunden bis Kritzendorf in die Pedale zu treten und dann beim neuen Lieblingswirten essen zu gehen.

Zugegeben: Einige von uns halten sich an keine Regeln. Glauben, dass Stopptafeln und Fahrradlampen etwas für Warmduscher sind. Das gehört natürlich genauso bestraft wie Verkehrsdelikte bei Autofahrern.

Alle Mobilitätskonzepte der Zukunft verweisen auf Car-Sharing-Modelle und darauf, dass man Städte für uns Radfahrer noch attraktiver machen muss. Denn wir sorgen für niedrigere Straßeninstandhaltungskosten und gute Luft. Übrigens: Im Jahr 2011 hatten in Niederösterreich 802 Radfahrer einen Unfall (acht davon waren tödlich). Dem gegenüber stehen 5309 verunglückte Pkw-Insassen (mit 101 Toten). Sorry, Autofahrer. Aber Fahrradfahren ist gesünder und macht glücklicher.

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