Demonstranten besetzen US-Hafen

"Occupy"-Demonstranten haben den wichtigen US-Handelshafen in Oakland stillgelegt. In der Stadt, in der erstmals seit 65 Jahren gestreikt wurde, kam es zu Krawallen.

Demonstranten haben im kalifornischen Oakland den Frachthafen von Oakland "eingenommen" und lahmgelegt. Die Demonstration hatte am Mittwoch in der Innenstadt begonnen. Die Veranstalter sprachen zunächst von 5000 Teilnehmern, die Bilder aus Kalifornien lassen aber ahnen, dass viel mehr Menschen an den Protesten teilnahmen. Die Demonstration war teil der inzwischen weltweiten "Occupy Wall Street"-Bewegung, die sich gegen die Macht der Banken und der Finanzwirtschaft wendet. "Wir sind die 99%" ist einer der Slogans der Bewegung. "Occupy Oakland" ("Besetzt Oakland") hatte zum ersten Generalstreik in der Stadt seit 1946 aufgerufen. Die meisten Geschäfte blieben geschlossen, andere akzeptierten aus Solidarität mit den Demonstranten keine Kreditkarten. Auch rund 300 schlossen sich den Demonstranten an, sie fordern mehr öffentliche Mittel für Bildung. Die Demonstranten strömten am Mittwoch in den Hafen von Oakland, einem der wichtigsten Handelshäfen an der US-Westküste. Laut Polizei besetzten rund 7000 Menschen den wichtigen Hafen. Sie kletterten auf die insgesamt sieben Einfahrten... ...und skandierten "Wessen Hafen? Unser Hafen!" Lastwagen wurden nicht friedlich daran gehindert, auf das Hafengelände zu fahren... ...viele der betroffenen Trucker machten das Beste aus der Situation und schlossen sich den Protesten an. Am Abend spitzte sich die Situation dann aber zu. Tagsüber waren die Proteste großteils friedlich verlaufen... ...nur die Fenster von einigen Banken waren zu Bruch gegangen. Oaklands Polizei-Chef Howard Jordan sprach von "60 bis 70 Anarchisten" unter den Demonstranten, die "Probleme machten". Abends und in der Nacht kam es dann zu Ausschreitungen und Zwischenfällen in der Innenstadt. Etwa raste ein Mercedes in einen Demonstrationszug - ein Mann und eine Frau wurden dabei schwer verletzt. Der Hintergrund ist unklar, der Vorfall wird laut Polizei noch untersucht. Er heizte dennoch die Stimmung an, die nach einem anderen Vorfall in Los Angeles ohnehin angespannt ist. Dort war der Irak-Veteran Scott Olsen bei einer ähnlichen Demonstration von Polizisten schwer verletzt worden. In Oakland gingen in der Nacht auf Donnerstag die Wogen hoch. Es sind Bilder, die für die USA nicht alltäglich sind: Fenster wurden eingeschlagen, Barrikaden errichtet und angezündet, die Polizei setzte Tränengas ein. Zu sehen waren auch wieder viele Guy-Fawkes-Masken, ein Symbol der "Occupy"-Bewegung. Aus Solidarität mit den Demonstranten in Oakland gingen auch in Los Angeles wieder Menschen auf die Straße. Sie drückten auch ihre Solidarität mit Scott Olsen aus, dem in der Vorwoche schwer verletzten Demonstranten aus L.A.
(KURIER.at, APA / lef) Erstellt am
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