Politik 09.12.2011

Das Europa der Bürger

Ein funktionierender Arbeitsmarkt in der EU hilft Wirtschaft und Bürgern.

Im KURIER am Sonntag hat sich Bundeskanzler Werner Faymann als „glühender Europäer“ zu erkennen gegeben. Gestern, in aufgewühlter Stimmung im Nationalrat, hat Faymann noch einmal nachgelegt. „Ich möchte nicht in menschlichem Leid und Zahlen berechnen müssen, was der Zerfall der Europäischen Union bedeuten würde“, rief er der FPÖ zu.

Die Freiheitlichen, früher einmal eine Europa-Partei, sehen ja seit dem Beitritt zur EU nur Schrecken und Unheil über unser Land kommen. Dass Österreich heute die höchste Beschäftigung verzeichnet, wird gerne verschwiegen. Wer wird sich um Fakten kümmern, wenn es nur darum geht, eine besonders dumme Ankündigung bestätigt zu wissen: Österreich werde von Arbeitskräften aus dem Süden überlaufen.

Das Gegenteil ist wahr: Das Arbeitsmarktservice überlegt, wie wir gut ausgebildete Arbeitskräfte zu uns holen können (siehe Seite 9) . Die Deutschen, die ebenfalls unter Fachkräftemangel leiden, sind da schon ein Stück weiter. So wird Europa langsam, aber doch einen gemeinsamen Arbeitsmarkt bekommen. Das erhöht die Chancen für jeden Einzelnen, wird aber auch mehr Flexibilität verlangen. So entsteht ein Europa jenseits von Krisen, Ratings und Vertragsdiskussionen.

( Kurier ) Erstellt am 09.12.2011