Costa Rica trauert um ein Krokodil

Er war ein Star, und entsprechend pompös war die Abschiedszeremonie in "seinem" Dorf: Das zahme Krokodil Pocho ist tot. Hunderte Menschen nahmen am Trauerzug teil.

Im Karibik-Staat Costa Rica werden Krokodilstränen vergossen: Pocho, das wahrscheinlich berühmteste Krokodil der Welt, ist im Alter von ungefähr 60 Jahren gestorben. Pocho (450 Kilo schwer, fünf Meter lang) und sein Besitzer, der Fischer Gilberto “Chito” Sheedan, waren unzertrennlich. Ihre Shows, bei denen Chito mit dem Raubtier herumtollte und sogar seinen Kopf in dessen Maul legte, erregten via Internet weltweit Aufmerksamkeit. Tausende Besucher strömten seit dem Jahr 2000 in das Dorf Siquirres, um die ungewöhnliche Freundschaft zu bestaunen. Das ehemalige Kaff erlebte durch die Attraktion einen Touristen-Boom. Der 54-jährige Chito hatte das Krokodil 1989 gefunden und gesund gepflegt - Pocho hatte eine Schussverletzung an einem Auge. Zehn Jahre später beobachtete ein Mitarbeiter einer nahegelegenen Touristen-Finca... ... die beiden beim gemeinsamen Schwimmen - so entstand laut Tico Times die Idee zur Krokodil-Show. Pocho starb nun eines natürlichen Todes. Beim Trauermarsch  in Siquirres, über den weltweit berichtet wurde, nahmen rund 300 Menschen Abschied von dem Reptil, das ausgestopft und im lokalen Museum ausgestellt werden soll. "Pocho ist nicht mehr", verabschiedete sich Besitzer Chito mit gebrochener Stimme. "Und es wird nie wieder einen Pocho geben."
(KURIER.at / lef) Erstellt am
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