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Politik
12/05/2011

Bombenalarm bei IKEA und in Kaserne

Drei verdächtige Taschen sorgten am Donnerstag stundenlang für Aufregung. In beiden Fällen Fehlalarm.

Auf einmal heulte die Sirene los und eine Stimme forderte uns auf, die Einkäufe stehen zu lassen und sofort das Gebäude zu verlassen - angeblich wegen irgendeiner technischen Störung", erzählen die Studentinnen Katharina Filzer und Pauline Schneider. Die beiden sitzen am Donnerstag - gemeinsam mit Angestellten und Kunden - vor dem IKEA-Einrichtungshaus in Innsbruck in der Sonne, während auf der Rückseite des Gebäudes Profis des Entschärfungsdienstes zwei Taschen auf Sprengstoff untersuchten. Nach stundenlanger Aufregung konnte gegen 12.30 Uhr schließlich Entwarnung gegeben werden.

Auch in Graz löste ein Mann Bombenalarm aus, nachdem er eine Tasche auf das Gelände einer Kaserne geworfen hatte. Der Täter wurde erwischt. In der Tasche war Müll und alte Kleidung.

Am Morgen vor Laden-Öffnung kontrollierte ein IKEA-Mitarbeiter routinemäßig die Schließfächer. Dabei stachen ihm zwei blaue IKEA-Nylon-Taschen ins Auge, aus denen Kabel ragten. Er übergab sie Sicherheitsdienst und Geschäftsführung - die sofort die Polizei verständigten.

Evakuierung

Die Meldung ging um 8.55 Uhr bei uns ein. Nach der ersten Sichtung der Gegenstände haben wir uns dann um 10.50 Uhr für die Hausräumung entschieden. Die technischen Bauteile und das Werkzeug wirkten vor allem in Verbindung mit den Kabeln auf den ersten Blick durchaus wie sprengstoffgefährliche Objekte", berichtet Innsbrucks Stadtpolizeikommandant Martin Kirchler. Innerhalb von drei Minuten waren das Gebäude mit rund 400 Personen evakuiert.

"Aufgrund mehrerer Vorfälle bei IKEA in der Vergangenheit sind unsere Mitarbeiter speziell geschult. Es gibt Beschreibungen für Objekte, die als verdächtig gelten, und Räumungen proben wir mehrmals im Jahr", lobt Geschäftsführer Michael Entrup den reibungslosen Ablauf.

"Ich hatte keine Angst, obwohl ich nie an einen technischen Defekt geglaubt habe", schildert eine ältere Dame, die durch den Alarm ihr Frühstück unterbrechen musste. "Man hört und liest ja öfter von Bombendrohungen bei IKEA. Trotzdem ist alles sehr ruhig und ohne Panik abgelaufen. Es ist nur blöd, dass ich nicht mehr zu meinem Auto zurückdarf." Am Standort in Innsbruck war es der erste Vorfall in diesem Zusammenhang.

Freisprecheinrichtung

Gegen 12.30 Uhr konnten die Angestellten an ihre Arbeitsplätze zurückkehren, nachdem die Experten die Taschen mit verschiedenen Verfahren untersucht hatten. "Sie enthielten Werkzeug, Kfz-Bauteile, ein Brillenetui und eine Freisprecheinrichtung. Derzeit gehen wir aber nicht davon aus, dass sie bewusst als Attrappe platziert wurden, um Bombenalarm auszulösen", sagt Kirchler.

Helmut Larch, Manager des Einkaufszentrums Dez und nur eine Straßenbreite vom Ikea-Areal entfernt, erreichte die Information vom suspekten Fund in einer Besprechung: "Eine Evakuierung stand bei uns nicht zur Diskussion." Aber wegen der Absperrungen kamen weniger Kunden ins Dez.

Ermittlungen zum Besitzer der Taschen, und ob er sich ihrer entledigen wollte oder sie nur vergessen hatte, laufen beim Landeskriminalamt.

Müll löste Alarm beim Heer aus

Vermummt näherte sich Donnerstagfrüh ein Mann der Grazer Gablenzkaserne, schmiss eine Tasche an den Zaun und rannte davon. Das löste Bombenalarm aus.
Bis die Experten des Entminungsdienstes anrückten, wurde die Notebook-Tasche 50 Meter von der Einfahrt entfernt abgelegt. Das Militär stapelte Sandsäcke darauf: Das sollte Ärgeres im Falle einer Detonation verhindern.

Die Behörden nahmen die Situation ernst. Um 8.22 Uhr hatte die Wache am Tor gemeldet: Eine "vermummte Person" habe ein Gepäcksstück ans Tor geschmissen. Nach der Aufforderung, das Ding gefälligst wieder mitzunehmen, habe der Unbekannte die Tasche an sich genommen, berichtet Oberst Christian Fiedler. "Aber danach hat er sie ein Stück weiter am Zaun wieder abgestellt."

Das kam dem Wachsoldaten verdächtig vor, er meldete sich beim Offizier vom Tag. Der rief die Nachbarn zu Hilfe - die Polizei: Kaserne und Landespolizeikommando Steiermark liegen nebeneinander. Weil aber deren Sprengstoff-Spürhund nicht eindeutig anschlug, wurden die Experten aus Wien nach Graz beordert.

Fünf Mann und ein Roboter checkten die Tasche durch und fanden Müll und alte Kleidung.
Die Polizei sucht jetzt nach dem Besitzer der Tasche. Allerdings ist die Personenbeschreibung dürftig, Bilder einer Überwachungskamera gibt es nicht. Das Tor der Kaserne hat keine Videoanlage.

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