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Politik
12/05/2011

Berlusconi will Tunesier abschieben

Nach einer Revolte auf der Insel Lampedusa will der italienische Premier alle Tunesier abschieben - innerhalb von 48 Stunden.

Nach einer Migrantenrevolte und einem Brand im Auffanglager Lampedusas will die Regierung Berlusconi in 48 Stunden alle Tunesier abschieben, die sich auf der Insel befinden. Dies teilte das italienische Innenministerium mit. "Die vandalischen Akte der Tunesier sind ein Protest gegen ihre bevorstehende Abschiebung. An den Abschiebungsplänen wird sich nichts ändern", hieß es in einer Presseaußendung des Ministeriums. Aufgrund eines zwischen Rom und Tunis abgeschlossenen Migrationsabkommen werden in Italien eingetroffene tunesische Migranten abgeschoben.

"Wir versuchen, die Migranten so rasch wie möglich abzuschieben, die in Italien nicht bleiben dürfen", erklärte Verteidigungsminister Ignazio La Russa. Am Mittwoch waren bereits 200 Migranten an Bord eines Flugzeugs der italienischen Luftwaffe von Lampedusa nach Sizilien geflogen worden.

Cirka 900 tunesische Migranten, die sich noch auf der Insel aufhalten, befinden sich in dem abgebrannten Auffanglager Lampedusa unter Polizeiaufsicht. Sie sollen bereits in den kommenden Stunden mit einer Luftbrücke abgeschoben werden.

Chaos

Lampedusa hat am Mittwoch chaotische Zustände erlebt. Hunderte tunesische Migranten protestierten unweit des Hafens gegen ihre Abschiebung und lieferten sich Zusammenstöße mit der Polizei. Eine Gruppe von Migranten stahl aus einem Restaurant einige Gasflaschen und drohte, sich in die Luft zu sprengen, wie italienische Medien berichteten. Daraufhin griff die Polizei ein, und es kam zu Auseinandersetzungen, bei denen circa zehn Personen verletzt worden sind. Weitere Zusammenstöße erfolgten unweit des abgebrannten Auffanglagers, in dem sich immer noch rund 100 Migranten befinden. Angegriffen wurde auch ein französisch-kanadischer Menschenrechtsaktivist.

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