Berlusconi und die Frauen

Die Trennung von Ehefrau Veronica, Callgirls und wilde Partys nagen seit Jahren am Ansehen von Italiens Premier. Ein Streifzug.

Silvio Berlusconi und sein Hang zu ausgiebigen Parties ist hinlänglich bekannt. Auch aus seiner "Bewunderung" für junge, schöne Frauen macht Italiens Premierminister keinen Hehl. Während er ... ... am Tage noch "staatsmännisch" beschäftigt ist, könnte ... ... ihn des Nächtens bereits die nächste Affäre einholen.  Berlusconi ist seit Monaten wegen Sexaffären unter Beschuss. Im Folgenden die wichtigsten Ereignisse. April 2009: Veronica Lario, Berlusconis Ehefrau, attackiert die Partei ihres Mannes und ihn selbst wegen des Beschlusses, in den Wahllisten für die Europawahlen im Juni 2009 auf Showgirls, Schauspielerinnen und andere attraktive Frauen aus dem Fernsehen zu setzen, um Wählerstimmen zu gewinnen. "Die Schamlosigkeit der Macht beleidigt die Glaubwürdigkeit der Frauen, vor allem derjenigen, die seit jeher für die Gleichberechtigung kämpfen", so Veronica Lario. Nach dem Protest seiner Frau und der Opposition beschließt Berlusconi, einige Showgirls aus seinen Wahllisten zu streichen. 3. Mai 2009: Veronica Lario kündigt die Trennung von ihrem Mann nach 20 Ehejahren an. "Ich kann nicht bei einem Mann bleiben, der mit Minderjährigen verkehrt", sagt Lario. Hintergrund der Bemerkung ist die unklare Beziehung des Premierministers zur 18-jährigen Schülerin Noemi Letizia, deren Geburtstagsfeier Berlusconi Ende April einen Überraschungsbesuch abgestattet hatte. "Papi", wie Berlusconi von dem Mädchen liebevoll genannt wurde, brachte als kleines Geschenk für die erreichte Volljährigkeit ein mit Diamanten besetztes Gold-Collier mit. Als die Affäre um Noemi Letizia abzuflauen schien, sah sich Berlusconi mit dem nächsten Skandal konfrontiert... 29. Mai 2009: Das Magazin L'Espresso berichtete, dass Berlusconi 50 junge Frauen im Alter von 20 bis 30 Jahren nach Sardinien eingeladen habe, um in seiner Luxusvilla Neujahr 2007/08 zu feiern. Die Frauen, darunter mehrere Schauspielerinnen und Showgirls, seien mit Berlusconis Privatflugzeug nach Sardinien geflogen worden. Berlusconi habe jeder ein Schmuckstück geschenkt. Berlusconi wendete sich an die Justiz, um die Veröffentlichung von rund 700 Fotos zu verhindern, die zwischen Mai 2008 und Anfang 2009 in Berlusconis Villa vom Fotografen Antonello Zappaddu geschossen wurden. 18. Juni 2009: Die süditalienische Nobelprostituierte Patrizia D'Addario behauptete in einem Interview, dass sie zu zwei Partys in Berlusconis Privatresidenz Palazzo Grazioli eingeladen worden sei. Dafür seien ihr 2000 Euro versprochen worden. Da sie bei Berlusconi nicht übernachtet hatte, wurden ihr angeblich nur 1000 Euro gezahlt. Ein zweites Mal habe sie bei Berlusconi die Nacht verbracht, aber dafür kein Geld bekommen. Auch weitere junge Frauen behaupteten, beim Premierminister übernachtet zu haben. Februar-Mai 2010: Bei Parties in Berlusconis Villa in Arcore tauchte die 17-jährige Nachtclub-Tänzerin Karima El Marough auf, die nach Erfolg und Ruhm im Fernsehen strebte. "Ruby Rubacuori" (Ruby Herzensbrecherin) ließ sich die junge Frau nennen. Drei Nächte verbrachte die junge Schönheit laut italienischen Medien in Berlusconis Villa. Später bestätigte sie, sie habe von Berlusconi zwar 7000 Euro erhalten, aber nie eine intime Beziehung mit ihm gehabt. "Berlusconi wusste nicht, dass ich erst 17 Jahre alt war. Ich sagte ihm, ich sei 24". 27: Mai 2010: Nachdem die junge Marokkanerin wegen des Diebstahls von 3000 Euro in der Wohnung einer Freundin festgenommen wurde, schaltete sich der Regierungschef persönlich bei der Mailänder Polizei ein, damit Karima freikommt. Nach Aussagen der Polizei erwirkte Berlusconi die Freilassung, weil er darauf hinwies, dass das Mädchen eine Verwandte des damaligen ägyptischen Präsidenten Hosni Mubarak sei. Oktober 2010: Italienische Medien berichteten zum ersten Mal über den Fall Ruby. Bei der Mailänder Staatsanwaltschaft liefen Ermittlungen wegen Begünstigung der Prostitution gegen den Chefredakteur der Tagesschau, Emilio Fede, und gegen einen bekannten Manager von TV-Stars, Lele Mora. Die beiden, gute Freunde Berlusconis, wurden verdächtigt, mit Geldversprechen junge Frauen zu Parties des Ministerpräsidenten gelockt zu haben. Berlusconi zeigte sich unbekümmert: "Ich liebe das Leben und die Frauen. Niemand wird mich zwingen, meinen Lebensstil zu ändern", so der Premierminister. 14. Jänner 2011: Die Mailänder Staatsanwaltschaft teilte mit, dass sie im Zusammenhang mit dem Fall Ruby gegen Berlusconi wegen Amtsmissbrauchs und Beihilfe zur Prostitution ermittelt. Aus den Ermittlungen geht hervor, dass eine "beträchtliche Zahl" von Prostituierten in Berlusconis Villa verkehrten. Aus Protokollen abgehörten Telefongesprächen geht hervor, dass Ruby von Berlusconi fünf Millionen Euro für ihr Schweigen über ihre Beziehung verlangt hatte. Der Premierminister attackierte die Staatsanwälte und verweigerte eine Anhörung vor den Ermittlern. Das Verfahren gegen Berlusconi wegen Amtsmissbrauchs und Sex mit einer minderjährigen Prostituierten hält noch an. Zurzeit streitet die Justiz über Zuständigkeiten im Fall Ruby.
(KURIER.at / lm, sho) Erstellt am
Posts anzeigen
Posts schließen
Melden Sie den Kommentar dem Seitenbetreiber. Sind Sie sicher, dass Sie diesen Kommentar als unangemessen melden möchten?