Bawag: Elsner-Auftritt erst im August
Der zweite Bawag-Strafprozess wird heute am Wiener Straflandesgericht nach einer fast dreiwöchigen Unterbrechung fortgesetzt. Weiter fehlen wird Ex-Bank-Chef Helmut Elsner. "Elsner ist für die nächsten zwei Monate als verhandlungsunfähig anzusehen, aufgrund der medizinischen Behandlung, die er derzeit erfährt", sagte Richter Christian Böhm zu Beginn der Verhandlung.
Die Verteidiger der übrigen sieben Angeklagten verzichteten nach der Erklärung auf eine Einvernahme Elsners - Staatsanwältin Sonja Herbst und die privatbeteiligte Bawag jedoch nicht. Elsner sei bei den Gesprächen mit dem mitangeklagten Wolfgang Flöttl "unmittelbarer Zeuge" gewesen, formulierte Herbst in ihrem Antrag auf Einvernahme.
Tuberkulose
Laut Anwalt Jürgen Stephan Mertens leidet Elsner an einer nicht ansteckenden Form der Tuberkulose; bei seinem Mandanten werde derzeit eine "medikamentöse Chemotherapie" durchgeführt. Elsner sei Ende Mai in die Lungenheilanstalt Natters eingeliefert und innerhalb weniger Tage zweimal punktiert worden, weil sich Wasser in seiner Lunge angesammelt hatte.
Urteil erheblich verzögert
Elsner, der bereits im ersten Bawag-Prozess wegen Untreue rechtskräftig zur Höchststrafe von 10 Jahren verurteilt worden ist, sitzt auf der Anklagebank, weil die Bank auf seine Pensionsabfindung von rund 6 Millionen Euro zugreifen will. Die Bank hatte eine sogenannte Subsidiaranklage gegen Elsner eingebracht. Von seiner zehnjährigen Haftstrafe hat der frühere Banker viereinhalb Jahre in der Justizanstalt Wien-Josefstadt abgesessen - inklusive U-Haft. Aus gesundheitlichen Gründen wurde er im Juli 2011 für vollzugsunfähig erklärt und entlassen. Elsner saß als einziger aller Angeklagten bisher in Haft.
Durch seine neuerliche Verhandlungsunfähigkeit ist der geplante Urteilstermin im zweiten Prozess nun endgültig geplatzt. Ursprünglich hatte es geheißen, dass ein Urteil am 29. Juni gesprochen werden könnte.
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Hintergrund
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