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Politik
07/31/2012

Batman-Amokläufer: Todesstrafe möglich

Bei der Anklageverlesung waren keine Kameras im Gerichtssaal zugelassen. James Holmes droht womöglich die Todesstrafe.

Der mutmaßliche Kino-Todesschütze von Colorado muss sich wegen mehrfachen Mordes verantworten. Die Staatsanwaltschaft in dem US-Bundesstaat legte James Holmes bei einer Anhörung am Montag insgesamt 142 Anklagepunkte zur Last, darunter Mord, versuchter Mord und Sprengstoffbesitz. Holmes soll kurz nach Mitternacht am 20. Juli bei einer Premierenvorstellung des neuen "Batman"-Films in Aurora wahllos ins Publikum geschossen haben.

Bei dem Massaker wurden zwölf Menschen getötet und 58 weitere verletzt. Die Polizei hatte den 24-jährigen Studenten kurz nach der Tat auf dem Parkplatz des Kinos gefasst. In seiner Wohnung hatte der Verdächtige US-Medien zufolge selbst gebaute Granaten sowie Treibstoff platziert und mit einem Zündmechanismus versehen. Die Polizei konnte die Sprengfallen entschärfen.

Die Staatsanwaltschaft erwägt nach eigenen Angaben, für Holmes die Todesstrafe zu fordern. Eine Entscheidung muss spätestens 60 Tage nach der Erhebung der Anklage fallen. Die Todesstrafe wird in Colorado äußerst selten verhängt. Seit der Wiedereinführung in den 70er Jahren wurde in dem Bundesstaat erst ein Straftäter hingerichtet.

Motive weiterhin unklar

Zehn Überlebende des Massakers wurden am Montag weiter im Krankenhaus behandelt; vier von ihnen befanden sich in kritischem Gesundheitszustand. Unter ihnen war auch die 25-jährige Ashley Moser, deren sechsjährige Tochter in dem Kino erschossen worden war. Die schwangere Frau selbst wurde am Hals und Bauch getroffen. Am Wochenende erklärte ihre Familie, dass Moser eine Fehlgeburt erlitten habe.

Holmes war vor einer Woche erstmals vor Gericht erschienen. Der junge Mann mit grellrot gefärbten Haaren hatte dabei kein Wort gesagt und wirkte geistig abwesend. Der merkwürdige Auftritt führte zu Spekulationen, dass Holmes womöglich unter dem Einfluss von Medikamenten gestanden habe. Bei der Anhörung am Montag erschien Holmes konzentrierter. Auf die Frage von Richter William Sylvester, ob er die Anklagepunkte verstehe, antwortete er mit "Ja".

Die Motive hinter der Tat lagen weiter im Dunkeln. Nach Angaben seiner Anwälte war Holmes bei einer Psychiaterin an seiner Universität in Behandlung. Der mutmaßliche Todesschütze soll vor der Bluttat an die auf Schizophrenie spezialisierte Professorin einen Notizblock mit seinen Plänen geschickt haben. Holmes` Verteidiger warfen der Staatsanwaltschaft vor, Informationen über das Päckchen an die Medien weitergegeben zu haben. Damit werde das Recht des Verdächtigen auf einen fairen Prozess ernsthaft gefährdet, kritisierten sie.

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