Politik | Ausland
19.05.2018

Zwei Norkoreaner per Boot in den Süden geflüchtet

Erste Überlaufaktion seit dem Gipfel der Staatschefs. Gerüchte, es sei ein Militäroffizier dabei gewesen, waren falsch.

Zwei Nordkoreaner haben sich nach südkoreanischen Angaben in das Nachbarland abgesetzt. Wie die Nachrichtenagentur Yonhap am Samstag unter Berufung auf Regierungsangaben berichtete, handelte es sich um zwei Zivilisten. Zuvor hatte Yonhap berichtet, einer der beiden Geflohenen sei ein Militäroffizier. Diese Meldung wurde später als "Missverständnis" korrigiert.

Yonhap zitierte seine Quelle mit den Worten, das "kleine Boot" mit den Nordkoreanern sei "in den Gewässern vor der Insel Baengnyeong gesichtet worden", nahe der innerkoreanischen Grenze. "Sie haben den Willen bekundet, überzulaufen." Dass einer der beiden Nordkoreaner als Major identifiziert wurde, sei ein Missverständnis gewesen. Die Regierung habe ihre Angabe korrigiert. Ein Vertreter der Küstenwache sagte, die zuständigen Behörden untersuchten den Vorfall.

Es ist die erste Flucht von Nordkoreanern nach Südkorea seit dem historischen Gipfeltreffen der beiden Nachbarstaaten im April. Im November war ein nordkoreanischer Soldat über die schwer bewachte Grenze in den Süden geflohen. Dabei wurde er durch Schüsse nordkoreanischer Soldaten verletzt.

Im vergangenen Jahr trieb ein nordkoreanisches Fischerboot in den Süden. Die vier Besatzungsmitglieder weigerten sich, zurückzukehren. Im Juli kamen fünf weitere Nordkoreaner per Boot in Südkorea an, um dort zu bleiben. Mehr als 30.000 Nordkoreaner sind bereits aus ihrem Land geflohen. Weil die Grenze zu Südkorea schwer bewacht wird, fliehen die meisten über die durchlässigere Grenze nach China.