Wieder russische Kampfjets über Nord- und Ostsee

In der Ostukraine soll eine neue Waffenruhe gelten, Putin "demonstriert Macht".

In den vergangenen Tagen sind nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums wieder verstärkt russische Militärflugzeuge über der Nord- und Ostsee gesichtet worden. Das berichtete der US-Fernsehsender CNN unter Berufung auf einen Mitarbeiter des Pentagons. Am Samstag und Sonntag seien jeweils ein Dutzend Maschinen, darunter Kampfbomber und Tankflugzeuge unterwegs gewesen. Dass dies zwei Tage hintereinander geschehen sei, sei ungewöhnlich, hieß es weiter. NATO-Flugzeuge und Militärjets aus Schweden und Finnland hätten die Lage verfolgt.

Die NATO sei noch dabei, die Vorfälle auszuwerten, sagte Pentagon-Sprecher Oberst Steven Warren dem Sender. Er sprach von einem "größeren Vorstoß", den er als eine Machtdemonstration des russischen Präsidenten Wladimir Putin bezeichnete. Die russischen Flugzeuge seien jedoch in internationalem Hoheitsgebiet unterwegs gewesen, betonte Warren.

Neue Friedensbemühungen

Warum der Kremlchef solche Provokationen veranlasst, ist Gegenstand internationaler Vermutungen - zumal in der Ostukraine nach den monatelangen Kämpfen gerade ein neuer Anlauf für eine Waffenruhe unternommen wird. Am Dienstag soll eine zwischen beiden Seiten vereinbarte Waffenruhe in Kraft treten. Zudem hat die ukrainische hat nach eigenen Angaben die Kämpfe im Osten des Landes ausgesetzt und sich bereit erklärt, einen "Tag der Ruhe" einzuhalten. Sollten die Soldaten aber angegriffen werden, würden sie das Feuer erwidern, sagte ein Militärsprecher am Dienstag der Nachrichtenagentur Reuters.

Zudem wollen Vertreter der Konfliktparteien in der weißrussischen Hauptstadt Minsk erstmals seit drei Monaten wieder über eine dauerhafte Beilegung des Konflikts sprechen. Dafür gibt es aber bisher keinen festen Termin. Der erhoffte Beginn am Dienstag könne nicht realisiert werden, teilte das Außenministerium in Kiew mit. "Heute wird nichts passieren, die Konsultationen werden fortgesetzt", sagte ein Sprecher der Nachrichtenagentur AFP.

Jedenfalls für Dienstag sind Beratungen zwischen der ukrainischen Regierung und dem Internationalen Währungsfonds (IWF) geplant. Dabei geht es um Reformen, die der IWF im Gegenzug für zugesagte Hilfszahlungen von knapp 22 Milliarden Euro verlangt.

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