"Whistleblower" Manning sagte erstmals aus

Der US-Soldat sprach erstmals seit seiner Inhaftierung öffentlich - auch über Selbstmordgedanken.
Ein Soldat mit Brille und Tarnmütze blickt in die Kamera.

Der mutmaßliche Wikileaks-Informant Bradley Manning hat sich erstmals seit seiner Verhaftung öffentlich zu Wort gemeldet. In einer Anhörung vor einem Militärgericht in Fort Meade (US-Staat Maryland) prangerte er am Donnerstag (Ortszeit) die Haftbedingungen nach seiner Festnahme im Mai 2010 an. Die Verteidigung argumentiert, dass er in der Untersuchungshaft über lange Strecken so schlecht behandelt worden sei, dass dies allein schon eine ausreichende Strafe sei oder zumindest eine Strafmilderung rechtfertige. Der Prozess gegen Manning ist für das Frühjahr 2013 geplant.

Dem Obergefreiten der US-Armee wird vorgeworfen, während seiner Stationierung im Irak die Internet-Plattform Wikileaks mit tausenden geheimen Dokumenten versorgt zu haben. Wikileaks hatte die Informationen über die Kriege im Irak und in Afghanistan sowie unzählige vertrauliche Diplomatendepeschen im Internet öffentlich gemacht.

"Whistleblower" Manning sagte erstmals aus

EPAepa03036097 A court room sketch shows Army Private Bradley Manning listen as his defense lawyer David Coombs asks presiding officer Army Lt. Col. Paul Almanza to recuse himself from the Article 32 hearing at Fort Meade, Maryland USA, 16 December 2011.
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EPAepa03036207 Military police escort Army Private Bradley Manning outside the courthouse after the close of the first day of his Article 32 hearing for Army Private Bradley Manning at Fort Meade, Maryland USA, 16 December 2011. Manning is charged with pr
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dapdArmy Pfc. Bradley Manning, at center wearing glasses, is escorted into a courthouse in Fort Meade, Md., Saturday, Dec. 17, 2011, for a military hearing that will determine if he should face court-martial for his alleged role in the WikiLeaks classifie
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ReutersThis image captured from a classified U.S. military video footage shows Iraqis being shot from an U.S. Apache helicopters that killed a dozen people in Baghdad, including two Reuters news staff on July 12, 2007, and released to Reuters on April 5,
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REUTERSU.S. Army Private Bradley Manning is seen in a courtroom sketch during his Army Article 32 hearing in the courthouse at Fort Meade, Maryland, December 16, 2011. Manning, an Army intelligence analyst suspected in the biggest leak of classified U.S.
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REUTERSA protester shouts slogans outside the courthouse at Fort Meade, Maryland during the U.S. vs Private Bradley E. Manning Article 32 hearing December 16, 2011. An Army intelligence analyst suspected in the biggest leak of classified U.S. documents in
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dapdSupporters of US soldier Private Bradley Manning listen to a speech as they protest outside the US Embassy in London calling for his release, Saturday, Dec. 17, 2011. Private Manning is facing charges of obtaining and distributing government secrets w
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EPAepa03036942 Seth Tobacman of New York City (bottom) draws sketches of WikiLeaks suspect Bradley Manning (R) and judge Lt.Col. Paul Almanza (C) outside Mannings pre-trial hearing at Fort Meade, Maryland, USA 17 December 2011. Manning was charged in Marc
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EPAepa03036937 Signs in support of WikiLeaks suspect Bradley Manning sit outside his pre-trial hearing at Fort Meade, Maryland, USA 17 December 2011. Manning was charged in March with leaking thousands of secret documents to WikiLeaks. EPA/JIM LO SCALZO
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dapdProtestors supporting Bradley Manning gather outside Ft. Meade, Md., Friday, Dec. 16, 2011, where Manning will be attending a hearing to determine if he will be court martialed. (Foto:Susan Walsh/AP/dapd)
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dapdFILE - This is a Thursday, Dec. 1, 2011 file photo of WikiLeaks founder Julian Assange as he talks during a news conference in central London. As the suspected source for the biggest leak of intelligence material in American history faces his first h

Unterstützung für den Feind

Insgesamt ist Manning in 22 Punkten angeklagt. Am schwersten wiegt der Vorwurf, mit den Enthüllungen dem Feind geholfen zu haben - das allein könnte ihn lebenslang hinter Gitter bringen. Medienberichten zufolge hat sich Manning bereiterklärt, sich in weniger schwerwiegenden Anklagepunkten schuldig zu bekennen. Das könnte nach Ansicht von Rechtsexperten seine Chance erhöhen, vergleichsweise glimpflich davonzukommen. Um wegen Unterstützung des Feindes verurteilt zu werden, müsse die Anklage vorsätzliches Handeln nachweisen - was schwierig sei.

Nach Angaben der Washington Post stimmte die zuständige Richterin am Donnerstag den Bedingungen zu, unter denen sich Manning teilweise schuldig bekennen könnte. Aber das sei noch keine Entscheidung darüber, ob das Gericht das Schuldbekenntnis an sich akzeptieren werde und die Anklage bereit sei, die restlichen Anklagepunkte fallen zu lassen.

In der Aussage des 24-Jährigen in der Anhörung ging es nicht um die Vorwürfe an sich, sondern ausschließlich um die bisherige Zeit in Untersuchungshaft. Manning war im Irak festgenommen und zunächst rund zwei Monate in Kuwait festgehalten worden. Danach verbrachte er neun Monate in Einzelhaft in einem Militärgefängnis in Quantico (US-Staat Virginia), bevor er schließlich unter etwas gelockerten Haftbedingungen in ein Gefängnis in Kansas verlegt wurde.

Suizidgedanken

Dem Sender CNN zufolge schilderte Manning, dass er in Kuwait mehrfach an Selbstmord gedacht habe. "Meine Welt schrumpfte zu diesem Käfig zusammen. Ich dachte, ich werde in diesem Käfig sterben", sagte Manning mit Blick auf die Zelle, in der er damals festgehalten wurde.

Besonders beklagte er sich aber über die Haftbedingungen in Quantico, wo er wegen mutmaßlicher Selbstmordgefahr anfangs ständig unter Beobachtung stand. Er sei 21 Stunden, manchmal bis zu 23 Stunden ohne jede Gesellschaft gewesen, zitierte CNN Manning.

Anfangs habe man ihm seine Brille weggenommen, ohne die er nicht sehen könne, und wenn er geschlafen habe, dann immer mit Licht außen vom Flur in seinen Augen. Um Toilettenpapier habe er jedes Mal bitten müssen - es sei ihm in seiner Zelle verweigert worden, nachdem ein anderer Häftling es gezielt gekaut und sich dadurch erstickt habe, zitierten weitere Medien aus Mannings Aussage.

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