Correspondents Dinner
04/30/2016

Wenn der US-Präsident einen auf Comedian macht

Beim alljährlichen Correspondents Dinner zeigen sich Präsidenten von ihrer humorvollen Seite.

Am schlimmsten hat es George W. Bush im Jahr erwischt - aber er war auch selbst schuld. Bei Stephen Colberts Rede war ihm nicht wirklich zum Lachen zumute, dabei wäre genau das die Idee gewesen. Einmal im Jahr, heuer am 30. April, findet in Washington seit 1920 das Correspondents' Dinner statt. Es wird von der White House Correspondents' Association veranstaltet wird, einem Zusammenschluss jener Journalisten, die über das Weiße Haus berichten.

Und die Tradition will es so, dass sich einerseits der Präsident dort jedes Jahr als - möglichst selbstironischer - Comedian präsentiert und er andererseits ein echten Comedian einlädt, der sich über ihn lustig macht. Und um auf den republikanischen Präsidenten George W. Bush zurückzukommen: Dessen Berater dachten sich offenbar, dass es doch da diesen hippen, aber trotzdem streng konservativen Stephen Colbert gibt, und dass der doch eine gute Wahl wäre, um über den Präsidenten sanft zu spötteln. Bloß dass dieser Stephen Colbert - wie jeder außer der Bush-Berater wusste - den konservativen Talkshowhost nur spielt. Und eine vernichtende Satire lieferte, während sein Opfer, der mächtigste Mann der Welt, nur ein paar Meter weit weg saß. Einige seiner Berater sollen sogar den Saal während der Rede verlassen haben.

Den Überraschungseffekt auf seiner Seite hatte 2011 hingegen der aktuelle Präsident, Barack Obama. Seth Meyer scherzte über die Unfähigkeit der Regierung, Osama Bin Laden zu fassen - während der schon wusste, wo sich Bin Laden versteckte. Kurz darauf war Bin Laden tot.

Obama kommt das Dinner sowieso entgegen, sein komödiantisches Talent hat er bereits mehrfach unter Beweis gestellt - zuletzt als er für dessen Webserie "Comedians in Cars Getting Coffee" mit Jerry Seinfeld scherzte.

"Willkommen zu dem Abend, an dem sich Washington selbst feiert", begann Obama seine Rede im Vorjahr. Nachsatz: "Irgendwer muss es ja machen" - Washinton ist in den USA etwa genauso unbeliebt wie Brüssel an Österreichs Stammtischen. Als seinen Nachfolger empfahl er Bernie Sanders, ohne aber dessen Potential vorherzusehen: "Offenbar gibt es tatsächlich Menschen, die einen kiffenden Sozialisten im Weißen Haus sehen wollen - das wäre fast eine dritte Obama-Amtszeit."

Beim heurigen Dinner wird neben Obama Larry Wilmore die anwesenden Journalisten unterhalten. Wie Colbert stammt er aus der Schule des ehemaligen Daily-Show-Hosts Jon Stewart; und er war der erste Schwarze, der eine eigene Late-Night-Show bekommen hat - am Sendeplatz von Stephen Colberts "Colbert Report", denn der ist mittlerweile Nachfolger von David Letterman in der Late Show. Wilmores Sendung heißt "The Nightly Show".

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