Der italienische Innenminister steht ständig in Kontakt mit seinen Anhängern.

© APA/AFP/KENZO TRIBOUILLARD

Politik Ausland
04/23/2019

Waffen-Foto von Italiens Salvini sorgt für Aufregung

Weil sein Social-Media-Experte ein Foto des Innenministers mit einer Schusswaffe teilte, fordern Oppositionelle Distanz.

Ein von Luca Morisi, Medienmanager von Matteo Salvini, veröffentlichtes Foto bringt dem italienischen Innenminister nun harte Kritik.

Das auf Facebook gepostete Bild zeigt Salvini mit einer Maschinenpistole.Der Bildtext: "Die EU-Parlamentswahlen rücken näher und man wird versuchen, Salvini zu stoppen. Doch wir sind bewaffnet." Das Foto wurde im Oktober 2018 im Rahmen einer Leistungsschau der italienischen  Polizei aufgenommen.

Distanzierung gefordert

Die sozialdemokratische Parlamentarierin Pina Picierno rief Salvini auf, Abstand von Morsi zu halten.  "Ein Innenminister darf auf Facebook nicht zu Gewalt aufhetzen", sagte Picierno. Auch der Linkspolitiker Nicola Fratoianni war der Meinung, Salvini sollte Morisi sofort entlassen, weil er "bedrohliche und gewaltsame Botschaften" per Internet verbreite.

Salvini selbst zeigt Unverständnis über die Aufregung. So würde er für ein Foto mit Plüschtieren seiner Tochter genauso angegriffen werden, wie für das Foto mit der Schusswaffe.

Versierter Medien-Experte

Morisi unterrichtet an der Universität Verona Informatik-Philosophie und gilt als versierter Medienstratege. Mit einem jungen und effizienten Team von Kommunikationsexperten verfolgt er die sozialen Netzwerke, analysiert die Kommentare, entwirft effektheischende Slogans, die bei der Wählerschaft besonders gut ankommen. Außerdem werden Veröffentlichungen so geplant, dass sie je nach Tageszeit die richtige Zielgruppe erreichen. Bei Reisen wird Salvini selbst von einem Web-Experten begleitet, der alles aufnimmt.

Aber auch Live-Schaltungen über sein eigenes Facebook-Profil nutzt der italienische Innenminister, um direkt mit den Bürgern zu kommunizieren. Unangenehme Fragen von Medienvertretern ignoriert er dabei jedoch gerne.

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