Politik | Ausland
22.05.2018

Vorbereitung auf Gipfel mit Kim: Trump empfängt Südkoreas Moon

US-Vizepräsident Mike Pence warnte Nordkorea derweil vor dem Versuch, Trump auszuspielen.

US-Präsident Donald Trump und Südkoreas Präsident Moon Jae-in tauschen sich am Dienstag in Washington über das Verhältnis zu Nordkorea aus. Das Treffen gilt als eine wesentliche Vorbereitung eines für den 12. Juni geplanten Gipfels zwischen Trump und Nordkoreas Machthaber Kim Jong-un.

Zuletzt war das in Singapur anberaumte Treffen wieder in Frage gestellt worden. Nordkorea hatten wegen US-Militärmanövern in Südkorea mit der Absage gedroht und auch den innerkoreanischen Dialog vorübergehend auf Eis gelegt.

Trump hatte seinen südkoreanischen Kollegen am Wochenende bereits angerufen, um die Lage vor dem Gipfel zu besprechen. Berichten zufolge treibt den US-Präsidenten zunehmend die Sorge um, dass der Gipfel mit Kim erheblich komplizierter werde als zunächst von ihm angenommen, hieß es. Trump selbst hatte die Vermutung ins Spiel gebracht, Nordkorea könnte maßgeblich von Seiten Chinas beeinflusst werden.

Pence: Trump "geht es um Frieden"

Trump hatte am 9. März die Einladung Nordkoreas zu einem Gipfeltreffen angenommen. Nach anhaltend massiven Spannungen waren die vergangenen Wochen von Annäherungen zwischen Süd- und Nordkorea geprägt gewesen.

Zuletzt hatte der Norden aber auch deutlich gemacht, dass er mit den Verhandlungszielen der USA für das Treffen in Singapur nicht einverstanden ist. Die USA verlangen eine vollständige, überprüfbare und unumkehrbare atomare Abrüstung Nordkoreas - und dies möglichst schnell.

US-Vizepräsident Mike Pence warnte Nordkorea vor dem Versuch, Trump auszuspielen. "Es wäre ein großer Fehler von Kim Jong Un, wenn er denkt, er können Donald Trump ausspielen", sagte Pence am Montagabend. Er zweifle nicht daran, dass Trump auch einfach den Gipfel in Singapur verlassen könne. "Ich glaube nicht, dass Präsident Trump über Öffentlichkeitsarbeit nachdenkt, ihm geht es um Frieden."

Atomprogramm als Faustpfand

Die Führung in Pjöngjang lehnt einseitige Schritte bisher ab. Sie sieht das Atomprogramm als Faustpfand in Verhandlungen und Absicherung ihrer Macht. Nordkorea hat nicht zuletzt deswegen auch den Gipfel mit Trump in Frage gestellt.

Ein Streitfall ist auch die Person des Nationalen Sicherheitsberaters der USA, John Bolton. Dieser hatte mehrmals ein Modell wie in Libyen für Nordkorea als angemessen erachtet. Libyens früherer Machthaber Muammar al-Gaddafi wurde von Rebellen nach seiner Entmachtung getötet.

Nach Nordkoreas Protest hatte Trump in der vergangenen Woche zurückrudern und erklären müssen, im Falle einer Einigung werde Nordkorea Sicherheiten zuerkannt bekommen. Es gehe nicht um einen Regimewechsel. Nordkorea soll sich gegen eine Teilnahme Boltons an dem Gipfeltreffen stemmen. Auch in Südkorea, das auf einen Frieden mit dem Nachbarn hofft, wird die aggressive Rhetorik Boltons Berichten zufolge nicht gerne gehört.