Politik | Ausland
10.07.2018

Vor NATO-Gipfel: Trump in Brüssel eingetroffen

Während seines Flugs brachte Trump den Vorschlag ein, dass die anderen NATO-Staaten den USA Geld "zurückerstatten" sollten.

Am Vorabend des NATO-Gipfels ist US-Präsident Donald Trump in Brüssel eingetroffen. Die Präsidentenmaschine Air Force One landete am Dienstagabend um kurz nach 21.00 Uhr auf dem Militärflughafen Melsbroek nahe der belgischen Hauptstadt. Trump nimmt an dem Mittwochmittag beginnenden zweitägigen Gipfeltreffen des Verteidigungsbündnisses teil, das vom Streit um die Verteidigungsausgaben der Mitgliedstaaten geprägt sein dürfte.

Trump ist erbost darüber, dass die USA von allen NATO-Mitgliedern mit Abstand am meisten für die Verteidigung ausgeben. Aus seiner Sicht lassen sich andere Staaten auf Kosten seines Landes beschützen. Sein Ärger richtet sich nicht zuletzt gegen Deutschland, dessen Verteidigungsbudget nach einer aktuellen NATO-Schätzung bei 1,24 Prozent des Bruttoinlandsproduktes liegt. Dagegen investieren die USA demnach 3,5 Prozent ihrer Wirtschaftsleistung in die Verteidigung.

"Überfällig bei Zahlungen"

Während seines Flugs nach Brüssel brachte Trump sogar den Vorschlag ins Spiel, dass die anderen NATO-Staaten den USA Geld "zurückerstatten" sollten. Viele NATO-Staaten seien "seit vielen Jahren überfällig bei Zahlungen, die nicht geleistet wurden", schrieb der US-Präsident im Kurznachrichtendienst Twitter. Er fügte hinzu: "Werden sie es den USA zurückbezahlen?"

Die NATO-Mitgliedstaaten waren bei ihrem Gipfel in Wales 2014 übereingekommen, ihre Verteidigungsausgaben bis 2024 "Richtung zwei Prozent" zu steigern. Verbindliche Zahlungsverpflichtungen an die NATO oder gar an einen anderen Mitgliedstaat wie die USA ergeben sich aus diesen Vereinbarungen allerdings nicht.