Flüchtlinge nach ihrer Einreise in Mazedonien.

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Flüchtlinge
12/04/2015

Vier Länder wollen eigenen Ausweis für Flüchtlinge

Gemeinsamer Vorstoß der Polizei von Slowenien, Serbien, Mazedonien und Griechenland.

Vier Transitländer setzen sich für eine bessere Identifizierung von Flüchtlingen entlang der Balkanroute ein. Als eine der Möglichkeiten dafür wird die Einführung eines Ausweises, der die Flüchtlinge bei ihrem Weg entlang der gesamten Route begleiten würde, erwägt, hieß es nach einem Treffen hoher Polizeibeamter aus Slowenien, Serbien, Mazedonien und Griechenland am Freitag.

Slowenien werde versuchen, für einen derartigen Ausweis eine breitere Unterstützung im Rahmen der EU zu bekommen, teilte die slowenische Polizeibehörde nach dem Treffen im slowenischen Brdo bei Kranj mit. Bei der etwaigen Ausführung der Idee müsse auch die EU-Grenzschutzagentur Frontex kooperieren, hieß es weiter.

Kroatien nicht mit dabei

Die Polizeibehörden der vier Transitländer seien sich unter anderem auch einig gewesen, dass man noch enger zusammenarbeiten müsse, um Flüchtlinge, die internationalen Schutz benötigen, von anderen Migranten "effektiver unterschieden" zu können, hieß es. Über die Gespräche werde man auch die kroatische Polizeibehörde benachrichtigen, deren Vertreter trotz Einladung dem Treffen fernblieben.

An der Balkanroute sind die Flüchtlingszahlen in den vergangenen Tagen eingebrochen, was den Wetterverhältnissen in Griechenland und teilweise auch den verschärften Maßnahmen an der mazedonischen Grenze zugeschrieben wird. Das sei aber noch keine Zusicherung, dass der Zustrom tatsächlich zurückgehen werde, so die Mitteilung. Erst die nächsten Monate werden zeigen, ob der zwischen EU und der Türkei vereinbarte gemeinsame Aktionsplan den Zustrom von Flüchtlingen eindämmen werde, hieß es.

In Slowenien sind in den vergangenen zwei Tagen jeweils rund 3.000 Flüchtlingsankünfte gezählt worden. Am heutigen Freitag ist in der Früh ein Zug mit rund 950 Flüchtlingen aus Kroatien eingetroffen. Für 20.00 Uhr sei die Ankunft eines weiteren Zuges mit rund 610 Menschen an Bord angekündigt worden, hieß es von der Polizei auf APA-Anfrage. In Kroatien gab es bis 9.30 Uhr keine Ankünfte, wie die aktuellen Zahlen des kroatischen Innenministeriums zeigten. Am Donnerstag kamen rund 3.000 Menschen an, am Tag zuvor knapp 2.000.

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