Tote und Verletzte in Kiew nach heftigen russischen Angriffen

People shelter at the metro station during a Russian drone and missile attack in Kyiv
Polen schließt zwei Flughäfen und lässt Kampfjets aufsteigen. Russland nahm weiteres Dorf in der Region Saporischschja ein.

Zusammenfassung

  • Polen schließt wegen russischer Angriffe auf die Ukraine vorübergehend die Flughäfen Rzeszow und Lublin und lässt Kampfjets aufsteigen.
  • In Kiew und weiteren Regionen der Ukraine kam es zu schweren Explosionen und landesweitem Luftalarm durch russische Drohnen- und Raketenangriffe.
  • Russland meldet die Einnahme des Dorfes Kossiwzewe in der Region Saporischschja und die Besetzung von mehr als 23 Quadratkilometern Gebiet.

n der ukrainischen Hauptstadt Kiew sind bei schweren russischen Luftschlägen nach Angaben von Bürgermeister Vitali Klitschko mindestens ein Mensch getötet und mehr als zwei Dutzend weitere Bewohner verletzt worden. Klitschko berichtete in seinem Telegram-Kanal nach den Angriffen mit Drohnen und Raketen von rund 30 Verletzten und von Bränden in zwei Hochhäusern sowie anderen Gebäuden. Die Zahl der Verletzten erhöhte sich im Verlauf des Samstagvormittags immer weiter.

Im Kiewer Gebiet starb laut Behörden eine 47-jährige Frau bei den Angriffen. In der Hauptstadt fiel in Tausenden Haushalten die Heizung aus. Nach Angaben des Energieversorgers DTEK wurden im Großraum Kiew mehr als eine Million Haushalte von der Stromversorgung abgeschnitten. In der ukrainischen Hauptstadt waren mehr als 700.000 Kunden betroffen und in der umliegenden Region weitere 400.000 Haushalte, wie das Unternehmen am Samstag mitteilte. Einsatzkräfte arbeiteten daran, "die Stromversorgung wiederherzustellen, während weiterhin Luftangriffe zu hören sind".

Im ganzen Land gab es Luftalarm. Präsident Wolodimir Selenskij sprach von einem Angriff mit etwa 500 Drohnen und 40 Raketen auf Energieanlagen und zivile Infrastruktur. Das sei die Antwort des russischen Präsidenten Wladimir Putin und seines Umfelds auf die laufenden Friedensverhandlungen. "Sie haben kein Interesse daran, den Krieg zu beenden", sagte Selenskyj vor seinem für Sonntag geplanten Treffen mit US-Präsident Donald Trump.

Energieversorgung der Ukraine getroffen

An mehreren Stellen in Kiew seien auch Autos in Brand geraten, teilte Klitschko weiter mit. In mehr als 4.000 Wohnhäusern sei die zentrale Wärmeversorgung ausgefallen. In Kiew herrschten Temperaturen um die null Grad. Auch 187 Kindergärten, 138 Schulen und 22 soziale Einrichtungen seien ohne Heizung, erklärte Klitschko. "Energieversorger und Kommunalbetriebe arbeiten daran, die Energie- und Wärmeversorgung wiederherzustellen."

Das russische Verteidigungsministerium teilte mit, dass bei dem Angriff auch Hyperschallraketen vom Typ Kinschal eingesetzt worden seien. Ziel sei die auch vom ukrainischen Militär genutzte Energieinfrastruktur gewesen.

Russischer Kommandant gestorben

Bei einem Drohnenangriff starb in dem von Kiew kontrollierten Teil des ukrainischen Gebiets Saporischschja der gegen Moskaus Truppen kämpfende Kommandant des russischen Freiwilligenkorps RDK, Denis Kapustin. Das teilte das RDK, das an der Seite der Ukraine kämpft, bei Telegram mit. Die aus russischen Kämpfern bestehende Einheit kündigte Vergeltung an.

Das RDK war in der Vergangenheit auch mit Kämpfern und schwerer Militärtechnik auf russisches Gebiet vorgedrungen und hatte dort zeitweilig Ortschaften kontrolliert. Russland hat das RDK als Terrororganisation eingestuft. Kapustin, die mit seinen menschenfeindlichen Äußerungen über die "Überlegenheit der weißen Rasse" auch als einflussreicher Rechtsradikaler in europäischen Kreisen galt, war in Russland in Abwesenheit zu lebenslanger Haft verurteilt worden.

Polen schließt zwei Flughäfen

Die polnische Flugsicherungsagentur teilte auf X mit, die Flughäfen Rzeszow und Lublin im Südosten Polens seien wegen der schweren russischen Luftangriffe auf die benachbarte Ukraine vorübergehend geschlossen worden. Das polnische Militär habe Kampfflugzeuge aufsteigen lassen.

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